Hans Fahrländer

Die Kleeblatt-Reform wollte zwar ebenfalls eine dreigliedrige Oberstufe. Aber sie wollte die Typen anders benennen, die Zuteilungsquoten ändern, Niveaukurse für einseitig Begabte einführen und Oberstufenzentren unter einem Dach führen, das heisst mit allen drei Typen.

War alles Planen für die Katz?

Das Kleeblatt ist Geschichte. Es bleibt bei der Bezirks-, der Sekundar- und der Realschule. Bezirksschulen können weiterhin räumlich getrennt geführt werden. Damit werden auch die Planungen, welche die Gemeinden und das Bildungsdepartement mit dem Ziel der Standort-Zusammenführung getätigt haben, zur Makulatur - oder etwa doch nicht ganz?

«Im Prinzip gilt wieder das Regos-Konzept»» bestätigt Bildungsdirektor Alex Hürzeler. Regos («Regionalisierung der Oberstufe») war mit der Schulgesetzrevision von 2000 beschlossen worden und hatte die Bildung von regionalen Real- und Sekundarschulen zum Ziel. Es entstanden 63 Schulkreise mit 107 Standorten, 34 Standorte wurden aufgehoben. Die Arbeiten an der Regos-Reform dauerten noch an, als die nächste, die Kleeblatt-Reform bereits lief.

Doch etwas wird, muss ändern: Der neue Harmonisierungs-Artikel der Bundesverfassung schreibt vor, dass die Schulstufen in allen Kantonen gleich lang dauern. Und in über 20 Kantonen dauert die Oberstufe heute drei Jahre, die Primarstufe dafür sechs Jahre. Das Modell 6/3 ist nach dem Willen der Regierung Bestandteil der nächsten Aargauer Schulgesetzrevision, Realisierungshorizont ungefähr 2013.

Damit ist klar: Die Oberstufe wird um einen Viertel kleiner (dafür wächst die Primarschule und Kleinschulen erhalten neue Chancen). Etliche Schulen werden sogar noch mehr schrumpfen, weil die Jahrgänge kleiner werden.

Kleiner? Möglich, aber nicht ratsam

Eine Regos-Vorgabe lautet: Die Oberstufenzentren müssen mindestens acht einklassige Abteilungen umfassen. «Die Gemeinden können, wenn sie es wünschen, neu auch Oberstufen mit sechs Abteilungen führen», erklärt Alex Hürzeler. «Wir empfehlen es ihnen allerdings nicht. Je kleiner eine Oberstufe, desto schwieriger wird es, die Erwartungen punkto Qualität und Organisation, punkto Attraktivität für Lehrpersonen, punkto Räume und Unterrichtsmaterial zu erfüllen. Und auch die Frage der Finanzierung stellt sich verschärft.» Deshalb seien weitere Zusammenschlüsse zu grösseren Schulkreisen im Hinblick auf das Modell 6/3 durchaus möglich und sinnvoll. «Wir werden aber vom Kanton aus keinerlei Druck ausüben», versichert Hürzeler.

Zusatzlektionen, Assistenz-Pensen

Der Bildungsdirektor erinnert daran, dass Real- und auch Sekun-darschulen mit der nächsten Gesetzesrevision gestärkt werden sollen: «Es soll Zusatzlektionen für Schulen mit sozialer Belastung geben. Und es soll temporäre Assistenzstellen zur Unterstützung der Klassenlehrpersonen geben.» Die Organisation werde komplexer, kleine Schulen könnten damit überfordert sein.