Bildungssystem
Aargauer Bildungssystem nicht nachahmen

Die Bevölkerung soll über die positiven Auswirkungen einer Schulharmonisierung aufgeklärt werden. Dies ist das Ziel der «Allianz für den Bildungsraum Nordwestschweiz».

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Keystone

Andrea Mašek

Für die Jugendlichen, die Eltern, die Lehrpersonen und die Wirtschaft der Region ist ein einheitlicher Bildungsraum Nordwestschweiz nötig. Diese Meinung vertreten verschiedenste Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Sie haben sich zur «Allianz für den Bildungsraum Nordwestschweiz» zusammengeschlossen und wollen dem Volk nun die Vorteile einer Schulharmonisierung anschaulich vermitteln.

Vom negativen Abstimmungsresultat im Kanton Aargau betreffend Schulreformen lässt man sich nicht beeindrucken, wie an einer Medienorientierung klar gemacht wurde. «Der Aargau hatte nicht das richtige Gespür», meint der Basler Nationalrat und Gewerbeverbandsdirektor Peter Malama, «wir treten nun in einen Dialog mit der Bevölkerung und stellen dabei das politisch Machbare in den Vordergrund.»

Aus ihrer langjährigen politischen Erfahrung weiss die Basler Ständerätin Anita Fetz, dass Reformen immer wieder Stotterphasen durchmachen. Das sei normal. «Eine Vorlage kann man aber killen, indem man sie überlastet.» Andrea Bertschi-Kaufmann, Leiterin Institut für Forschung und Entwicklung der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz, gibt ihr recht: «Der Aargau wollte zuviel. Wir suchen den pragmatischen Weg.»

Gleiche Chancen für alle

Die detaillierte Ausgestaltung eines Staatsvertrages zwischen den vier Nordwestschweizer Kantonen müsse nochmals überdacht, doch an der Harmonisierung müsse festgehalten werden, so das Votum der Allianz. Bertschi zählt die Pfeiler des Bildungsraums auf: koordinierte Lehrpläne und -mittel, Übertritte und Eintritte sowie die integrative Bildung, die Tagesstrukturen und die Frühförderung.

Letztere «ist matchentscheidend», sagt Fetz. Die Volkswirtschaft, der Schweizer Wohlstand könnten nur bestehen, wenn die Menschen genügend qualifiziert seien. Man dürfe es nicht dem Zufall überlassen, ob Kinder in einem bildungsnahen oder -fernen Umfeld aufwachsen, sondern müsse allen die gleichen Chancen garantieren. Integration ist für die Allianz unerlässlich, da nur so auch die Integration ins Berufsleben erfolgreich sei. Die im Aargau heftig umstrittene Basisstufe bezeichnet Bertschi als nicht zentral, führe man sie nicht ein, falle das Ganze nicht zusammen.

Sie weist aber gleichwohl daraufhin, dass Studien die positive Wirkung von altersgemischter Bildung beweisen.Tagesstrukturen seien für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, das heisst für Gesellschaft und Wissenschaft gleichermassen wichtig, betont Nationalrat Malama. Und «die Transparenz der Schulleistungen wird vergleichbare Qualitätsstandards ermöglichen, die vor allem kleinen und mittleren Betrieben zugute kommen», sagt SVP-Grossrat und Unternehmer Oskar Herzig.

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