Die Grenze zwischen Dietikon und Bergdietikon wurde 1803 mit der «Mediationsakte» von Kaiser Napoleon verfügt. Für einen Zusammenschluss der Gemeinden sieht der Dietiker Stadtrat keine Veranlassung. Bislang liessen sich selbst schwierige Fragen trotz Kantonsgrenze lösen. Mit dieser Einschätzung antwortete der Dietiker Stadtrat auf eine Interpellation von CVP-Gemeinderat Josef Wiederkehr.

Keine Expansionspolitik

Er wolle sich nicht aktiv um weitere Aufgaben bemühen, denn eine «solche Expansionspolitik würde leicht als Einmischung verstanden», teilt der Stadtrat mit. Er sei jedoch jederzeit bereit, eine Intensivierung zu prüfen: «Die Initiative muss von Bergdietikon ausgehen.»

Der Stadtrat hält eine stärkere Zusammenarbeit bei Jugend und Freizeit oder Standortförderung für denkbar. Hingegen konnten die einst diskutierte Übernahme polizeilicher Aufgaben, der Spitex oder der Altersfürsorge aus «grenztechnischen Gründen» nicht realisiert werden. Kooperationen gebe es in zahlreichen Bereichen, führte der Stadtrat aus. Er verzichtete darauf, die dadurch entstehenden Einsparungen zu berechnen. Dazu hätte er Betriebsrechnungen erstellen und mit Alternativen vergleichen müssen. Bergdietikon zahlt jährlich rund 80 000 Franken in die Stadtkasse.

Standesamt bis Pilzkontrolle

Nebst der Zugehörigkeit zum Zivilstandskreis Dietikon bezieht Bergdietikon auch einen Teil seines Wassers von Dietikon. Die Gemeinde beteiligt sich zudem an der Stadtbibliothek und an den Druckkosten des Dietiker Kulturprogrammes. Dieses wird in alle Haushalte verteilt.

Auch beim Verein Standortförderung Limmattal ist Bergdietikon, als eine von 11 Gemeinden, Mitglied. Bergdietikon ist ebenfalls dem Abrechnungssystem für den Limmattaler Abfallsack angeschlossen. Das Abwasser von Bergdietikon ist an die Dietiker Kanalisation angeschlossen und wird der Stadt Dietikon belastet, dafür ist das Abwasser aus dem Gebiet Reppischhof der Bergdietiker Kanalisation angegliedert. Die Kosten tragen die jeweils verursachenden Gemeinden.

Verträge regeln die Arbeiten

Die guten politischen Beziehungen werden mit einem jährlichen Gedankenaustausch zur Besprechung aktueller Fragen bekräftigt. Weil in den meisten Fällen Dietikon eine Aufgabe der Gemeinde Bergdietikon übernimmt, werde die Zusammenarbeit meist in Form eines Anschlussvertrages geregelt, erklärte der Stadtrat.