Aarauer wollen ihre Römerstrasse behalten

Im Rupperswiler Wald erinnert ein Wegweiser an die Heeresstrasse. (Bild: Rgy)

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Im Rupperswiler Wald erinnert ein Wegweiser an die Heeresstrasse. (Bild: Rgy)

Ein Vergleich der Strassenverzeichnisse der beiden Fusionsgemeinden Aarau und Rohr hat ergeben, dass sechs Strassen den gleichen Namen tragen. Eine Klärung dieser Situation ist vor allem für die schnelle Auffindbarkeit, nicht zuletzt für die Rettungsdienste, nötig.

Raphaela Gysi

Der Gemeinderat Rohr hat sich bereit erklärt, für fünf Strassen einen anderen Namen zu finden. In Aarau werden zwei Strassen umbenannt: Die Anwohner am Birkenweg in Aarau sind ab 2010 am Holunderweg zu Hause, die Römerstrasse soll als Verlängerung des Rüchligwegs in diesen integriert werden. Nachdem vor allem eine Umbenennung der Aarauer Buchserstrasse für die 40 dort ansässigen Firmen mit erheblichen Kosten verbunden gewesen wäre, entschloss sich die Gemeinde Rohr dazu, ihre Buchserstrasse in «Furorastrasse» umzutaufen.

Nun wehren sich aber auch die Anwohner der Aarauer Römerstrasse in der Telli. In einer gemeinsamen Aktion sprechen sich 71 von 76 Privaten gegen eine Neubenennung der Römerstrasse in «Rüchligweg» aus. Für die gegen 20 Gewerbetreibenden wäre der neue Name zudem mit erhebliche Kosten verbunden: «Wir müssen die Firmenadresse und sämtliche Briefköpfe ändern», sagt ein Betroffener. Eine Anwohnerin findet, der Rüchligweg wecke negative Erinnerungen an das letzte Hochwasser. Zudem sei die Rohrer Römerstrasse eine kleine Sackgasse mit nur gerade 16 gemeldeten Telefonanschlüssen.

Historische Begründung

Für die Beibehaltung der Rohrer Römerstrasse gibt es eine historische Begründung: «Während in der Telli höchstens eine frühchristliche Kirche vermutet wird, gibt es in Rohr tatsächlich eine Heeresstrasse aus römischer Zeit», sagt Franz Maier von der Kantonsarchäologie.

Die teilweise bis zu 7 Meter breite Strasse verläuft nur etwa 50 Meter neben der heutigen Römerstrasse und könnte ein Teilstück der Strecke von Avenches nach Vindonissa sein. Sicher ist, dass das heute teilweise sichtbare Trassee Spuren von ungelöschtem Kalk aufweist, welcher zu römischen Zeiten wie eine Mörtelmischung zur Festigung des Untergrundes verwendet wurde. Auch Münzen und Nägel von Schuhen wurden gefunden.

Neckisches Detail: An der Römerstrasse in Rohr wohnen die Frau Gemeindeammann und die Frau Vizeammann. Dies habe den Namensentscheid allerdings nicht beeinflusst, betont Gemeindeammann Regina Jäggi.

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