Aarau
Aarauer Stadtrat will Fusionsverhandlungen starten

Der Stadtrat will in den nächsten vier Jahren Aaraus «urbane Qualitäten ausbauen» und «wo möglich Fusionsverhandlungen mit Nachbargemeinden initiieren», heisst es in den Legislaturzielen.

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Aargauer Zeitung

Hermann Rauber

Alle vier Jahre definiert der Aarauer Stadtrat in einer Art «Regierungserklärung» seine Ziele der Legislatur. Diese beruhen auf übergeordneten Grundsätzen, die langfristig Gültigkeit haben und allgemein gehalten sind.

Etwa mit der Absichtserklärung, dass Aarau «seine Funktion als regionales Zentrum und als Kantonshauptstadt wahrnimmt», Massnahmen zum «Ausbau urbaner Qualitäten» fördert und die «Kooperation mit den Nachbargemeinden» pflegt. Mehr noch: Man will die bisherige regionale Zusammenarbeit «intensivieren» und «wo möglich Fusionsverhandlungen initiieren».

Man mache sich im städtischen Rathaus dazu «mehr Überlegungen als auch schon», betonte Stadtammann Marcel Guignard. Aarau wolle nicht mehr einfach abwartend «die Türen offen halten», sondern aktiv auf seine Nachbarn zugehen. Fusionen oder Kooperationen seien für die Entwicklung der gesamten Region nämlich «unabdingbar», sagt Guignard.

Der Katalog der «mittelfristigen Planung» ist bewusst kurz gehalten und deshalb vollständig, er lässt aber die Prioritäten der Regierung deutlich durchschimmern.Aarau will sich als Wohn- und Arbeitsort weiterentwickeln, zahlenmässig heisst das Ziel 20 000 Einwohner und 30 000 Beschäftigte in Betrieben und Verwaltungen auf Stadtgebiet. Revidiert werden soll aber auch die gesetzlichen und baulichen Grundlagen. Das gilt für die Gemeindeordnung, die «Stadtverfassung», ebenso wie für die in die Jahre gekommene Bau- und Nutzungsordnung.

Aarau will sich aber auch in der Rangliste der Energiestädte im Land «markant verbessern». Die Liegenschaften des Finanzvermögens werden zu diesem Zweck «analysiert» und nach «energetisch-ökologischen Grundsätzen» bewirtschaftet. Der Stadtrat will dies laut Marcel Guignard aber nicht «auf Kosten der Nachfahren» fuhrwerken und hält am Generationenfonds mit einer Dotation von mindestens 80 Millionen Franken fest. Im Vordergrund steht nach wie vor der Bau eines neuen Fussballstadions im Torfeld Süd und die Realisierung der Mittleren Bühne im Kasernenareal. Investitionen sollen in den nächsten vier Jahren in die Kunsteisbahn Keba, in die Sporthalle im Schachen und in das Schwimmbad erfolgen.

Einnahmenseitig verfolgt der Stadtrat das Ziel, den Steuerfuss auf attraktivem Niveau zu halten. Politischen Zündstoff enthält die Absicht, für den jährlichen Voranschlag nur noch das fakultative Referendum gelten zu lassen. Zu reden geben wird wohl auch die definitive Einführung der wirkungsorientierten Stadtverwaltung (Wosa).