Aarau
Aarauer Stadtrat will die «Brücke» zu Rohr aufwerten

Ein Entwicklungskonzept für die Arbeitszone in der östlichen Telli soll die «Brücke» zum neuen Aarauer Stadtteil Rohr aufwerten. Dazu gehört auch die Umgestaltung der heutigen Tellistrasse, die nach der Eröffnung des Staffeleggzubringers Ende 2010 zurückgestuft wird.

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Die Brücke zu Rohr aufwerten

Die Brücke zu Rohr aufwerten

Hermann Rauber

Der Ostteil der Aarauer Telli liegt in der so genannten Arbeitszone, bietet also Raum für Industrie- und Gewerbebetriebe. Einzelne Grundeigentümer, etwa die Firma Hangartner oder die AZ Medien AG, gelangten mit dem Wunsch an den Stadtrat, die Nutzung mittelfristig durch Wohnungsbau zu ergänzen und allenfalls eine Anpassung der rechtlichen Grundlagen einzuleiten. Die Stadt liess zu diesem Zweck ein Entwicklungskonzept für das Gebiet erarbeiten. Dieses kommt zum Schluss, den Bereich Wohnen «an geeigneten Orten zu ermöglichen, ohne den Kern der Arbeitszone zu gefährden oder zu verdrängen».

«Entwicklungspotenzial» geortet

Tätig aber wird die Behörde bisher einzig bei der Anpassung des Gestaltungsplans auf dem Areal der Aaraucar gegenüber dem kantonalen Polizeikommando. Durch eine Nutzungserweiterung könnten gemäss Stadtammann Marcel Guignard «die verschiedenen Teile der Telli in ihrer Gesamtwirkung verstärkt werden». Er ortet in diesem Raum ein «Entwicklungspotenzial» für eine mindestens teilweise gemischte Nutzung. Man wolle in diesem Zusammenhang die «öffentlichen Räume» und damit die «Brücke» zum neuen Stadtteil Rohr aufwerten.

Vorprojekt für die neue Tellistrasse

Zu den konkreten Massnahmen in dieser Richtung gehört die Neugestaltung der Tellistrasse. Diese wird nach der Eröffnung der neuen Staffeleggstrasse zu einer Quartiersammelstrasse abklassiert. Für Verkehrsministerin Jolanda Urech die Chance, die heutige öde Durchgangsachse zu einem «städtischen Strassenzug» umzugestalten. Man rechnet dank dem Staffeleggzubringer mit einer Reduktion des Verkehrs – heute sind es rund 18 000 Fahrzeuge pro Tag – um 10 bis 15 Prozent. Das Vorhaben hat jetzt das Stadium eines Vorprojektes erreicht, das bis zum 26. März in ein öffentliches Mitwirkungsverfahren geht. Bis Ende dieses Jahres möchten Urech und Projektleiter Daniel Rudin vom Stadtbauamt das Bauvorhaben bereinigen und dieses im Frühling 2011 dem Einwohnerrat zum Beschluss vorlegen. Man rechnet mit Realisierungskosten von rund acht Millionen Franken. Deshalb wird das Volk in jedem Fall das letzte Wort an der Urne haben.

Altes Versprechen einlösen

Die Tellistrasse wird nach dem bisherigen Stand der Projektierung teilweise «zurückgebaut» und in ein durchgehendes Konzept gebunden. Dazu zählen ein Mittelstreifen ebenso wie grüne Bereiche mit Bäumen. Vor dem Einkaufszentrum Telli entsteht laut dem Vorprojekt ein weiterer Kreisel. «Wir streben nicht zuletzt eine bessere Vernetzung der Fussgänger- und Velofahrerbeziehungen, aber auch eine Privilegierung des öffentlichen Verkehrs an», betont Stadträtin Jolanda Urech. Man löse damit ein «altes Versprechen» gegenüber der Bevölkerung in der Telli ein und gebe dem Quartier laut dem Stadtammann «ein Stück Lebensqualität zurück».

Die heute das Quartier eher trennende als verbindende Telli-Achse erhält nach dem Willen des Stadtrates und der Projektverfasser einen «städtebaulichen Anstrich». Man will die «Torsituation» unterstreichen und «die Strasse wieder mehr als Raum verstehen», verbunden mit «platzähnlichen Öffnungen» und einer grünen Allee ganz im Osten gegen den Knoten zur neuen Aarebrücke hin.

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