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Aarau zahlt hohen Preis für Bus-Aktienmehrheit

BBA Aarau

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Der Stadtrat beantragt den Zukauf von Aktien des Busbetriebs Aarau (BBA). Der Haupt- würde Mehrheitsaktionär. Der Preis liegt beim Höchstgebot, mit dem Aarau für den Kantonsanteil scheiterte.

Thomas Röthlin

320 Franken will der Stadtrat pro BBA-Aktie den Gemeinden Buchs, Suhr und Erlinsbach zahlen. Macht total 1,7 Mio. Franken für einen 16,7%-Anteil am Unternehmen. Aarau hält heute 35,9%, würde also Mehrheitsaktionärin.

Der Stadtrat wollte schon die 11% des Kantons kaufen, den Zuschlag erhielt im März jedoch die Eurobus-Gruppe, die den Regionalbus Lenzburg betreibt.

Kritiker: Verdacht auf Preistreiberei

Das rief prompt Kritiker auf den Plan, weil die Aarauer 2008 ein Reglement genehmigten, das Zukäufe von Bus-Aktien vorschreibt. SP-Grossrat Peter Jean-Richard äussert in einer Interpellation den Verdacht der Preistreiberei.

Bei einem BBA-Substanzwert von 240Franken lag das Aarauer Höchstgebot bei 320Franken. Das machen sich die verkaufswilligen Gemeinden jetzt zunutze: Der Gemeinderat Buchs hat das Geschäft wegen Dringlichkeit nachträglich auf die Traktandenliste der Einwohnerratssitzung vom 9. Juni gesetzt, wie er gestern mitteilte.

Suhr und Erlinsbach erhöhten ihre Offerte nach dem Eurobus-Deal. Die beiden Gemeindeversammlungen haben den BBA-Aktienverkauf an Aarau bereits bewilligt.

Parlament: Preis sehr hoch», aber vertretbar

Zahlt Aarau zu viel? Stadtammann Marcel Guignard sagte an der letzten Einwohnerratssitzung auf SP-Anfrage, mehr als 320 Franken für die Kantonsaktien seien nicht dringelegen. In der Aarauer Parlamentsbotschaft über den Kauf der Gemeindeaktien steht, der Preis sei «sehr hoch», für eine Mehrheitsbeteiligung aber «vertretbar».

Nicht Bestandteil des Kredits ist ein stadträtliches Angebot an vier Niederämter Gemeinden und den Kanton Solothurn, die zusammen 17,8% am BBA halten. Ob sie darauf eintreten, entscheidet sich erst im Juni. Besagte Aktionäre wollen zwar verkaufen, haben aber - wie der Kanton - auch Private zur Offertstellung eingeladen.

Eurobus-Inhaber Thomas Knecht sagte nach seinem teuer erkauften Einstieg beim BBA: «Wenn eine Gemeinde auf uns zukommt, sind wir gesprächsbereit.»

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