Pflegeheim

88 oder 182 Franken für das Heim?

Wo befindet sich ein Pflegeheim in meiner Nähe und was kostet es? Das Departement Gesundheit und Soziales bietet die Informationen online an.

Eddy Schambron

Die Unterschiede sind auf den ersten, flüchtigen Blick gewaltig. Den günstigsten Heimplatz im Freiamt bietet, wenn keine Pflege nötig ist, das Zentrum Aettenbühl in Sins. Am teuersten wird es im Reusspark in Niederwil. Aber Vorsicht: Der Reusspark ist gleich teuer oder jetzt eben günstig, wenn viel Pflege benötigt wird. So jedenfalls steht es auf der Homepage des Departementes Gesundheit und Soziales (DGS). Wer in einem bestimmten Einzugsgebiet einen Pflegeplatz sucht, kann sich auf einfache Art und Weise über das Wichtigste informieren.

Nur bedingt vergleichbar

Allerdings können die aufgeführten Zahlen nur bedingt miteinander verglichen werden, räumt Balz Bruder, Kommunikationsverantwortlicher des Departements Gesundheit und Soziales, ein. Manche Pflegeheime weisen die Pflegekosten separat aus, andere nicht. Während sich die Kosten für Unterkunft/Hotellerie sich meistens im gleichen Rahmen bewegen, schwankt die Höhe der Pflegekosten stark. «Bei näherer Betrachtung sieht man, dass einige Heime zusätzlich zu den Pflegekosten den Betreuungsaufwand verrechnen», stellt Bruder fest. Andere Heimen würden Pflege und Betreuung kombiniert unter Pflegekosten ausweisen.

Pflegi Muri fehlt

Ein wichtiges Pflegeheim der Region fehlt auf der Liste des DGS gänzlich, die Pflegi Muri. «Es stimmt», sagt Bruder, «einzelne Heime haben ihre Angaben nicht eingereicht. Die Gründe dazu sind uns unbekannt, es besteht kein Zwang, bei dieser Auflistung der Tarife mitzumachen.» Pflegi-Direktor Thomas Wernli war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, weil er in den Ferien weilte. Sein Stellvertreter Dani Huwiler liess jedoch durchblicken, dass man sich innerhalb der Pflegi viele Gedanken zur Vergleichbarkeit gemacht habe.

Auf der Homepage der Pflegi Muri sieht man, dass die Tarife ungefähr gleich sind wie beim Reusspark in Niederwil. «Wir schauen natürlich darauf, welche Tarife vergleichbare Heime haben», bestätigt Huwiler. Peter Holderegger, Direktor der Heime Bärenmatt, Bremgarten, und Burkertsmatt, Widen, unterstreicht, dass durch günstigere Tarife für seine Heime keine Konkurrenz entsteht. «Bei uns sind Leute untergebracht, die aus den Verbandsgemeinden kommen.» Platz für auswärtige Interessenten stehe gar nicht zur Verfügung. «Abgesehen davon werden Interessentinnen und Interessenten vor allem jenes Heim wählen, in dem sie Leute von früher treffen.»

Leistungsangebot wichtig

Beat Huwiler, Geschäftsführer des Vaka, des kantonalen Verbands Aargauischer Spitäler, Kliniken und Pflegeinstitutionen, findet das neue Angebot des Departements Gesundheit und Soziales ein gutes Instrument für diejenigen Personen, die wissen wollen, welche Taxen ein bestimmtes Pflegeheim verrechnet. Aber er macht auch klar: «Hinter den Preisen stecken ganz verschiedene Leistungsangebote, darum sind die Zahlen untereinander noch nicht direkt vergleichbar.» In der Regel seien die Kosten bei der Wahl eines Alters- oder Pflegeheimes sekundär, meint Huwiler weiter. «Wichtig ist das richtige Leistungsangebot und dass man im Pflegeheim in ein soziales Netzwerk eingebunden ist, sprich: dass Familie und Bekannte nicht zu weit weg wohnen oder dass man bereits jemanden kennt, der im gleichen Heim lebt.»

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