Italien

8,5 Mrd. Euro für Erdbebenopfer - G8-Gipfel womöglich in L'Aquila

Berlusconi will G8-Gipfel in Abruzzen

Berlusconi will G8-Gipfel in Abruzzen

Zweieinhalb Wochen nach dem Erdbeben in den Abruzzen hat Italiens Regierung in einer ausserodentlichen Sitzung Hilfsgelder in Milliardenhöhe genehmigt. Das Kabinett stimmte auch dem Vorstoss Berlusconis zu, den kommenden G8-Gipfel in die Region zu verlegen.

Als Tagungsort des Treffens der sieben führenden Industrienationen und Russlands sei kein anderer Ort besser geeignet, sagte Regierungschef Silvio Berlusconi nach der Kabinettssitzung in L'Aquila. Bisher fand das Treffen auf der Insel La Maddalena statt.

Der G8-Gipfel werde in einer Polizeikaserne in L'Aquila stattfinden, auf deren Hof vor zwei Wochen das Begräbnis der Erdbebenopfer stattgefunden hatte. "Diese Schule ist in der Lage, Staatschefs, Delegationen und Journalisten zu empfangen", sagte Berlusconi.

Kein Globalisierungsgegner werde den Mut haben, in dieser zerstörten Gegend gegen die G8 zu demonstrieren, meinte der Ministerpräsident. Es sei zudem ein "positives Signal für die mehr als 60 000 Menschen in den Zeltstädten", sagte er. "Damit werden wir uns 220 Millionen Euro ersparen, die wir für die Erdbebenregion Abruzzen verwenden können", sagte er.

Der Bürgermeister von La Maddalena, Angelo Comiti, reagierte überrascht und empört auf Berlusconis Beschluss. Die Verlegung, die mehr als zwei Jahre Planung für den ursprünglichen Tagungsort über den Haufen werfen könnte, bedarf noch der Zustimmung der sieben anderen G8-Staaten.

Bei dem Beben am 6. April waren fast 300 Menschen getötet worden, 58 000 wurden obdachlos. Das nun verabschiedete Finanzpaket umfasst achteinhalb Milliarden Euro, eineinhalb für die dringendsten Bedürfnisse, sieben für den Wiederaufbau.

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