Häufig diagnostiziert werden Trennungsängste, Störungen des Sozialverhaltens oder posttraumatische Belastungsstörungen, hervorgerufen etwa durch sexuellen Missbrauch oder Gewalterfahrungen.

"Alleine durch Bestrafung lassen sich solche Störungen nicht beheben", sagte Cornelia Bessler, Leiterin der Fachstelle für Kinder- und Jugendforensik des Kantons Zürich anlässlich des fünfjährigen Jubiläums dieser Institution.

Eine allfällige Rückfallgefahr oder Gefahr für die Öffentlichkeit lasse sich nur mindern, wenn die Strafrechtspflege mit psychiatrisch-psychologischen Massnahmen kombiniert werde.

Seit fünf Jahren begutachtet und therapiert die Fachstelle für Kinder- und Jugendforensik straffällig gewordene Kinder und Jugendliche.

Sie fertigt psychologische Gutachten an, bringt die Jugendlichen in der richtigen Einrichtung unter und therapiert die Probleme.

Justizdirektor Marskus Notter (SP) bezeichnete die Fachstelle am Dienstag als "Experiment", das sehr erfolgreich angelaufen sei. "Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Fachstelle kriminelle Karrieren verhindern können."

Mit Kuscheljustiz habe die Kinder- und Jugendforensik des Kantons Zürich nichts zu tun, betonte Hans Ulrich Meier, der Vorsitzende der Begleitgruppe. Dies beweise das Interesse des russischen Staates an diesem Modell.