710 000 Kubik Bremgarter Kies vor Abbau

Lukrativer  Baustoff - Der Ortsbürgergemeinde Bremgarten als Besitzerin des Abbaugeländes winken stattliche Gebühren. (Bild: AR/LP)

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Lukrativer Baustoff - Der Ortsbürgergemeinde Bremgarten als Besitzerin des Abbaugeländes winken stattliche Gebühren. (Bild: AR/LP)

Die frühere Kiesabbau-Tradition in Bremgarten steht vor der Weiterführung. 2010 wollen die Firmen Holcim und Otto Notter mit der Kiesausbeutung im Chessel-Eichwald starten.

Lukas Schumacher

Die 15-jährigen Bemühungen zur erneuten Kiesgewinnung im bewaldeten Gebiet Chessel-Eichwald befinden sich kurz vor der Ziellinie. Soeben hat der Stadtrat als letzte Instanz grünes Licht gegeben. Das Abbau-Bewilligungsdossier fiel sehr umfangreich aus. Bestandteile sind ein Umweltverträglichkeitsbericht, mehrere definitive Beurteilungen und Bewilligungem der kantonalen Fachstellen sowie die Zustimmung des Bundesamts für Umwelt zur Rodung von 8,2 Hektaren Wald.

Letzte grosse Abbau-Runde

Von 1960 bis 1988 war im Chessel-Eichwald an zwei Standorten im grossen Stil Kies gewonnen worden. Von den massiven einstigen Eingriffen ins Landschaftsbild sieht man heute nur noch wenig. Nun bahnt sich die letzte grosse Abbau-Runde in diesem Waldgebiet ab, das der Ortsbürgergemeinde Bremgarten gehört.

Zwischen den zwei rekultivierten früheren Gruben werden gesamthaft rund 710 000 Kubikmeter Kies entnommen. Vier Jahre nach Abbaubeginn soll die Auffüllung der neuen Grube beginnen, wobei die Auffüllhöhe einige Meter unter dem heutigen Niveau liegen wird. Die Hälfte der abgeholzten Waldfläche wird wieder aufgeforstet, vorab mit Eichen. Auf der Restfläche will man Feuchtbiotope anlegen, diverse Tümpel. Die Auffüllung der Grube soll zu einem schönen Teil gleichzeitig mit dem Abbaubetrieb vonstattengehen. Dies in der Absicht, dass die Grube rund zwei Jahre nach dem Ende der Kiesausbeutung rekultiviert und aufgeforstet sein wird.

Abbau dauert zwei Jahrzehnte

Sowohl die Rodung als auch die Kiesgewinnung erfolgen ab dem Jahr 2010 in mehreren Etappen. Die Abbaubewilligung gilt während 20 Jahren und läuft Ende 2030 aus. Die Arbeitsgemeinschaft «Chessel», die aus den beiden Firmen Holcim und Otto Notter besteht, wird demnach jährlich 35 000 Kubik Kies mittels Raupentrax und Pneulader abbauen und per Lastwagen zum Kieswerk Notter in Stetten transportieren. Hier wird der Kies hauptsächlich zu Beton verarbeitet. In der Abbauzeit rechnet man täglich mit 60 bis 80 Lastwagenfahrten vom Abbaugebiet unweit von Reuss und Eggenwilersporen via Militär- und Fohlenweidstrasse.

In den Teilbewilligungen der Behörden sind verschiedene Auflagen aufgelistet. So muss die Arbeitsgemeinschaft «Chessel» das Grundwasser im Abbaugebiet ständig überwachen lassen oder Fachleute beiziehen für die Geländegestaltung und die Detailplanung der Feuchtbiotope.

Noch nicht rechtskräftig

Bis zum 28. Oktober liegt das dicke Abbaubewilligungsdossier bei der Bauverwaltung Bremgarten zur Einsichtnahme öffentlich auf. Innert dieser Frist könnten betroffene Privatpersonen und Umweltorganisationen beim Regierungsrat Beschwerden gegen die stadträtliche Baubewilligung einreichen. Damit rechnet freilich niemand. In den zweieinhalb Jahren, seit der geplante Abbau und der Umweltverträglichkeitsbericht bekannt sind, erfuhr das Vorhaben keinerlei Opposition. So gesehen dürfte die Bewilligung bald rechtskräftig werden und die Waldrodung beginnen.

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