70 Prozent für Stadt Mutschellen

Das Verdikt ist eindeutig, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Online-Umfrage sind klar für die Fusion von Rudolfstetten, Berikon, Widen und Oberwil-Lieli. Vorerst entsteht die Stadt Mutschellen aber nur im Internet.

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Stoller

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Aargauer Zeitung

Dino Nodari

Ruf ist nicht abwegig Kommentar von Eddy Schambron Der heutige Rudolfstetter Gemeindeammann Alfred Oggenfuss war mein Nachbar. Als Buben erkundeten wir den Rummelbach und im Winter fuhren wir auf der Rindliweid Ski. Rudolfstetten war damals noch ein verhältnismässig beschauliches Dorf. Es gab einen Bäcker, einen Metzger, eine Gnossi, einen Schuhmacher, eine Tankstelle und vier Beizen. Wenn ich heute «mein Ruedistette» noch etwas spüren will, kehre ich beim Sternen-Anni ein. Das Dorf hat sich so stark verändert, dass nur noch an einigen Gebäuden Erinnerungen kleben. Rudolfstetten ist nicht mehr eine Landgemeinde, sondern wird vor allem von den Zuzügern als Teil des städtisch wirkenden Mutschellen wahrgenommen. Das dürfte in Widen, in Berikon und - vielleicht etwas weniger - in Oberwil-Lieli nicht viel anders sein. Der Ruf nach einer «Stadt Mutschellen» ist deshalb nicht abwegig. eddy.schambron@azag.ch

Ruf ist nicht abwegig Kommentar von Eddy Schambron Der heutige Rudolfstetter Gemeindeammann Alfred Oggenfuss war mein Nachbar. Als Buben erkundeten wir den Rummelbach und im Winter fuhren wir auf der Rindliweid Ski. Rudolfstetten war damals noch ein verhältnismässig beschauliches Dorf. Es gab einen Bäcker, einen Metzger, eine Gnossi, einen Schuhmacher, eine Tankstelle und vier Beizen. Wenn ich heute «mein Ruedistette» noch etwas spüren will, kehre ich beim Sternen-Anni ein. Das Dorf hat sich so stark verändert, dass nur noch an einigen Gebäuden Erinnerungen kleben. Rudolfstetten ist nicht mehr eine Landgemeinde, sondern wird vor allem von den Zuzügern als Teil des städtisch wirkenden Mutschellen wahrgenommen. Das dürfte in Widen, in Berikon und - vielleicht etwas weniger - in Oberwil-Lieli nicht viel anders sein. Der Ruf nach einer «Stadt Mutschellen» ist deshalb nicht abwegig. eddy.schambron@azag.ch

Aargauer Zeitung

72 Prozent (Stand Montag) denken, dass die Stadt Mutschellen der richtige Weg für die Gemeinden auf der Passhöhe wäre. Nur gerade 11 Prozent lehnen die Stadt ab und 17 Prozent wollen, dass die Gemeinden enger zusammenarbeiten. Beteiligt haben sich über 170 Personen. Klar ist, dass diese Umfrage nur eine Momentaufnahme ist. Aber sie ist einmal mehr Ausdruck dafür, dass die Zeit reif ist, über eine Fusion nachzudenken.

Die Stadt im Internet

Das sieht auch der Beriker Roland Stoller so. Er hat die Internet-Seite www.mutschellen-city.ch aufgeschaltet. Schon länger hatte Roland Stoller dieses Projekt in der Pipeline. Er ist überzeugt, dass es jetzt an der Zeit ist, darüber zu diskutieren. «Der Zusammenschluss ist für mich die Zukunft des Mutschellen», erklärt Stoller seine Motivation. Dabei denkt er insbesondere an einen besseren Service public der Gemeinden, optimierte Verwaltungsabläufe und eine dörferübergreifende Zonenplanung. Auch in Aarau hätte der Mutschellen viel mehr Gewicht, wenn er mit einer Stimme auftreten würde. «Heute wird unsere Region von Aarau aus benachteiligt», ist er überzeugt.

Verein Stadt Mutschellen?

Mit der Internetseite will Roland Stoller eine Plattform schaffen, auf der gemeindeübergreifend der Zusammenschluss vorangetrieben wird. Dabei denkt er vor allem an die Jugend. «Bereits heute gibt es nur einen Fussballklub und einen Handballklub auf dem Mutschellen.» Wenn sich genügend Interessierte finden, wäre es das Ziel von Roland Stoller, einen Verein zu gründen.