Debatte

5G-Befürworter wollen Diskussion versachlichen – und werfen den Gegnern Angstmacherei vor

Der Ausbau der neuen Mobilfunk-Generation 5G ist höchst umstritten.

Der Ausbau der neuen Mobilfunk-Generation 5G ist höchst umstritten.

Die Plattform «CHANCE5G» soll einen massgebenden Beitrag zur Versachlichung der 5G-Debatte leisten und Chancen des neuen Mobilfunkstandards aufzeigen. Die Initiative angestossen hat der Schweizerische Verband der Telekommunikation Asut.

(dpo) Am Freitag hat eine Koalition aus 5G-Befürwortern die Plattform «Chance-5G» lanciert. Die Modernisierung der Mobilfunknetze mit der neuesten Technologie 5G sei für die Attraktivität und den Wohlstand der Schweiz wichtig, heisst es in einer Mitteilung. Doch der Ausbau werde aufgrund fehlenden Wissens, falschen Schlüssen und Unsicherheiten politisch und gesellschaftlich stark ausgebremst.

 
 
 
«Das Ziel der Plattform ist, einfache, verständliche und korrekte Informationen anzubieten», sagt Peter Grütter, Präsident von Asut an einer Online-Medienkonferenz. Gleichzeitig soll im Dialog mit der Bevölkerung die Diskussion um 5G, insbesondere auch in Bezug auf gesundheitliche Bedenken, faktenbasiert, sachlich und wissenschaftlich fundiert geführt werden.

Rolf Vogt, Professor für drahtlose Telekommunikation an der Berner Fachhochschule will Vorurteile gegen 5G korrigieren.

Rolf Vogt, Professor für drahtlose Telekommunikation an der Berner Fachhochschule will Vorurteile gegen 5G korrigieren.

«Chance-5G» wird finanziert vom Schweizerischen Verband der Telekommunikation Asut und seinen Mitgliedern. Dazu zählen unter anderem die Netzbetreiber Sunrise, Swisscom, der Infrastrukturdienstleister Cellnex sowie die Infrastrukturanbieter Ericsson und Huawei.

5G ist umstritten – auch bei Kantonen


Eine Trägerschaft von 45 Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik unterstützt laut einem Communiqué die Plattform. Darunter ist auch Rolf Vogt, Professor für drahtlose Telekommunikation an der Berner Fachhochschule. «Das Wissen in der Bevölkerung zu 5G ist leider noch auf einem tiefen Stand», sagt der Professor an der Medienkonferenz. Es gebe keine wissenschaftlichen Belege für eine Gesundheitsgefährdung, sofern die internationalen Schutzempfehlungen berücksichtigt werden. «Die falsch kolportierten Aussagen und geschürten Ängste rund um 5G gilt es richtigzustellen», so Vogt weiter.

Der Ausbau des 5G-Netzes ist international aber auch in der Schweiz höchst umstritten. Politischer Widerstand kommt etwa von den Kantonen Genf, Waadt und Jura, die einen Baustopp für 5G verfügt haben. Ausserdem hat es der Bundesrat im April abgelehnt, die Grenzwerte für die Strahlenbelastung zu lockern.

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