Verbot

43 Nationalräte fordern ein Prostitutionsverbot in der Schweiz

Prostituierte preisen sich im Zürcher Niederdorf an.

Prostituierte preisen sich im Zürcher Niederdorf an.

Nach Deutschland und Frankreich soll nun auch in der Schweiz das Verbot der Prostitution geprüft werden. 43 Nationalräte aus allen Parteien unterstützen das Anliegen. Eingereicht hat das Postulat EVP-Politikerin Marianne Streiff-Feller.

Der Skandal im Zürcher Milieu mit drei verhafteten Polizisten, die Sex gegen Informationen austauschten, bringt die Diskussion um ein Prostitutionsverbot auf die politische Agenda. Dies berichtet die Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Ein kaum beachtetes Postulat von EVP-Nationalrätin Marianne Streiff-Feller, das vom Bundesrat die Prüfung fordert «inwiefern ein Verbot der Prostitution und des Kaufs von sexuellen Dienstleistungen in der Schweiz machbar wäre», liegt zur Beantwortung beim Bundesamt für Justiz. Bis 2015 soll der Bericht vorliegen.

Mit dem Postulat, dass von 43 Nationalräten aller politischer Parteien mitunterzeichnet wurde, liegt die Schweiz ganz im europaweiten Trend. In Deutschland hat die Feministin Alice Schwarzer kürzlich einen viel beachteten «Appell gegen die Prostitution» lanciert. Es sei die erfolgreichste Kampagne, die sie je initiiert habe, sagt Schwarzer im Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag.»

Sie findet es grossartig, dass die Schweiz nun auch ein Verbot des käuflichen Sex prüfen will. Beide Länder sehen das Modell Schweden als Vorbild. Dort werden die Freier mit Geld- oder Haftstrafen bis zu sechs Monaten bestraft. Neben Deutschland und der Schweiz sind ähnliche Bestrebungen auch in Frankreich im Gange.

In Österreich sind zu Beginn dieses Monats bereits strengere Bestimmungen gegen die Prostitution eingeführt worden. Die Verbotsbefürworter von käuflichem Sex wollen damit vor allem den Menschenhandel bekämpfen. «Prostitution ist keine Dienstleistung. Menschen sind keine Ware», sagt Schwarzer dazu.

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