379 Personen
Wegen Delta-Mutation: Mehr Geimpfte unter den Coronafällen

Die Delta-Mutation hat die Impfeffizienz der mRNA-Stoffe gesenkt. Vollständig Geimpfte infizieren sich deshalb manchmal trotzdem mit dem Corona-Virus. Ihr Anteil wird in Zukunft weiter zunehmen. Doch die Impfung bringt trotzdem etwas, wie ein Rechenbeispiel veranschaulicht.

Sabine Kuster
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Dem BAG sind seit Januar 379 Personen bekannt, die sich trotz vollständiger Impfung infizierten.

Dem BAG sind seit Januar 379 Personen bekannt, die sich trotz vollständiger Impfung infizierten.

Keystone/
Gaetan Bally

Seit Ende Januar erfasst das Bundesamt für Gesundheit die Fälle jener Personen, die doppelt geimpft sind und mindestens 14 Tage später dennoch an Corona erkranken. Aufgrund der Zulassungsstudien war das bei fünf Prozent zu erwarten. Die Delta-Mutation hat die Impfeffizienz der mRNA-Stoffe jedoch auf 64 bis 88 Prozent gesenkt – je nach Studie. Von jenen, die sich trotz doppelter Impfung anstecken, erkranken die wenigsten schwer. Solche Fälle werden bei Delta zu 93 bis 96 Prozent verhindert.

Dem BAG sind seit Januar 379 Personen bekannt, die sich trotz vollständiger Impfung infizierten. Es dürften allerdings deutlich mehr sein, wenn man die Infizierten ohne Symptome hinzunimmt, denn diese werden oft nicht erkannt und nicht gemeldet. «Trotz dieser Unschärfe sind diese Fälle von vollständig Geimpften, die sich infizieren, gering und sie bewegen sich im zu erwartenden Rahmen», sagt Mediensprecher Daniel Dauwalder vom BAG.

Vorerkrankung spielt auch bei Geimpften eine Rolle

Hospitalisiert werden mussten bisher in der Schweiz 89 geimpfte Personen. Das Durchschnittsalter liegt bei über 75 Jahren. Mit einer Ausnahme über 80 Jahre alt waren jene 18 Personen, die, obwohl sie geimpft waren, an Corona erkrankten und starben. Ihr Gesundheitszustand vor der Infektion ist nicht bekannt. Generell hat die Hälfte jener, die trotz Impfung erkranken, laut BAG Vorerkrankungen.

Der Anteil Geimpfter unter den Coronafällen wird zunehmen, weil ein immer grösserer Teil der Bevölkerung geimpft ist. Diese Zahlen werden nun wöchentlich aktualisiert.

Hier noch einmal das Rechenbeispiel von letzter Woche: Angenommen, an einem Festival sind von tausend Besuchenden drei Viertel geimpft, die Impfung hat einen Schutz von 68 Prozent. Im Publikum ist ein Superspreader. Die Hälfte der Ungeimpften steckt sich an, das sind 125 Personen. Bei den Geimpften werden 68 Prozent geschützt, es infizieren sich 120 Geimpfte – also in absoluten Zahlen fast gleich viele wie bei den Ungeimpften. Wäre niemand geimpft gewesen, hätten sich 500 Menschen angesteckt, also mehr als doppelt so viele.

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