Neuer Pass

37'000 Zürcher wollten einen biometrischen Pass

Gewusst wie: Regierungsrat Hans Hollenstein demonstrierte Ende Januar die Geräte und Abläufe zur Erfassung von Gesichtsbild und Fingerabdrücken für den neuen Pass. (EQ Images)

Pass 10

Gewusst wie: Regierungsrat Hans Hollenstein demonstrierte Ende Januar die Geräte und Abläufe zur Erfassung von Gesichtsbild und Fingerabdrücken für den neuen Pass. (EQ Images)

Der erste Ansturm auf das neue Passbüro in Zürich, wo man auch einen biometrischen Pass erhält, ist abgeflacht. Wer schon am allerersten Tag einen Termin bekam, freute sich.

Alfred Borter

Wer gestern im neuen Passbüro in Zürich schon am erstmöglichen Tag einen biometrischen Pass beantragen konnte, konnte sich glücklich schätzen. Letzte Woche, als man sich erstmals übers Internet oder telefonisch einen Termin reservieren konnte, hatten 37000 Personen übers Telefon versucht, einen Termin zu bekommen. Das Telefonnetz brach deswegen zusammen. Jetzt seien es zwar immer noch über tausend täglich, wie von Passbürochef Peter Klossner zu erfahren war. Aber die Lage normalisiere sich zusehends. Noch immer aber gelte der Aufruf, dass Personen, die den Pass nicht sofort benötigten, mit der Anmeldung noch zuwarten sollten.

Es ist ratsam, sich vor einer Reise nach den Vereinigten Staaten einen biometrischen Pass zu besorgen. Dieser ist mit einem Datenchip ausgestattet, auf dem Personendaten, Gesichtsbilder und zwei Fingerabdrücke gespeichert werden. Man erspart sich so möglichen Ärger, denn der Pass 06 ist in den USA nicht mehr überall gern gesehen.

Ohne Probleme bloss zehn Minuten

Weil neuerdings bloss Personen mit bestätigter Reservation im Passbüro bedient werden, gab es gestern im Passbüro keine Warteschlangen. In den grosszügig gestalteten Räumlichkeiten am Sihlquai 253 stehen 22 Schalter zur Verfügung. Schon um 8Uhr standen die ersten Personen bereit, die einen neuen Pass bestellten. Es ging Schlag auf Schlag. Ein junger Mann, der das Prozedere - Gesicht fotografieren, Fingerabdrücke nehmen lassen, unterschreiben und bezahlen - eben problemlos durchlaufen hatte, bemerkte zufrieden, das Ganze habe bloss zehn Minuten gedauert. Er plane zwar erst im September eine USA-Reise, aber es sei ihm wichtig gewesen, die Sache mit dem Pass rasch in Ordnung zu bringen. Ein Paar mit zwei kleinen Kindern brauchte hingegen eine halbe Stunde, bis die Fotos und die Fingerprints der Söhne gemacht waren. Dafür bekamen die Kleinen ein Kompliment: «Das habt ihr super gemacht», lobte die Mutter. Beim älteren der Kinder war die Gültigkeit der Identitätskarte abgelaufen, das jüngere hatte noch gar keine Reisepapiere.

Zuerst am falschen Ort gesucht

Eine Frau will zwar erst im Herbst in die USA reisen, doch sie wollte unbedingt sofort drankommen, weil ihre Identitätskarte nicht mehr gültig war und das Kombiangebot für ID und Pass recht günstig sei im Vergleich zu einer Einzelbestellung.

Ein junger Mann freilich gab seinem Ärger Ausdruck, dass er zuerst an den alten Standort des Passbüros gefahren war, also an die Stampfenbachstrasse, weil auf der Homepage seiner Gemeinde immer noch diese Adresse angegeben war. Tatsächlich zeigt ein Blick auf mehrere Webseiten von Gemeinden, dass nicht alle Gemeinden die ab 1.März gültigen Regeln samt Adresse des neuen Passbüros aufgeschaltet haben. Zu den nachlässigen Gemeinden gehören etwa Zumikon, Uetikon am See oder Steinmaur.

Und ein junger Mann musste erfahren, dass man tatsächlich nicht einfach so beim Passbüro vorbeigehen und einen Pass beantragen kann, er hatte es versäumt, sich telefonisch oder übers Internet anzumelden, den Ärger darüber machte er mit lauten Gezeter Luft. Anderseits vergnügten sich wartende Kinder mit den beiden sich automatisch öffnenden und wieder schliessenden Türen, bis die Eltern dem munteren Treiben ein Ende setzten.

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