Spielplatz
340 000 Franken für einen Spielplatz

Die neue Beriker Freizeitanlage beim Berikerhus soll mit Videokameras überwacht werden Die Beriker Einwohnergemeindeversammlung hat sich deutlich für die neue Freizeitanlage ausgesprochen. Auf 10 500 Quadratmetern entsteht beim Berikerhus ein Spielplatz.

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Berikon

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Aargauer Zeitung

Dino Nodari

Er soll speziell werden, der neue Spielplatz. Nicht einfach nur eine Schaukel und ein Sandkasten soll die Kinder locken. Wuchtig haben die Beriker Stimmbürgerinnen und Stimmbürger dem Antrag des Gemeinderats zugestimmt und den Verpflichtungskredit von 340 000 Franken für die Erstellung einer Freizeitanlage bewilligt. Bei der Abstimmung gab es nur neun Gegenstimmen (anwesend waren 216 von 3153 Stimmberechtigten).

Diese Anlage sei ein Wunsch von vielen jungen Familien in Berikon, erklärte Gemeindeammann Peter Oggenfuss. Von dem neuen Platz sollen alle Generationen in Berikon profitieren, so die Vision. Die Parzelle im Riedacher ist seit 2007 im Besitz der Gemeinde. Ursprünglich sollte der Riedacher dazu dienen, Gewerbe anzusiedeln. «Das ist aber kläglich gescheitert», so Peter Oggenfuss.

Für den Betrieb und den Unterhalt der Anlage wird die Gemeinde zuständig sein. Die Arbeit für den Unterhalt der Freizeitanlage bezifferte Peter Oggenfuss mit etwa fünf bis sechs Stunden in der Woche. Der Platz soll beleuchtet und von Videokameras überwacht werden. Noch ist nicht ganz klar, welche Attraktionen und Spielgeräte auf der 10 500 Quadratmeter grossen Parzelle nördlich vom Berikerhus zu stehen kommen. Geplant sind verschiedene Wege durch Bäume und Büsche, Bikeparcours, Grillplatz, Beachvolleyball-Feld, Kletterturm, Trampolin sowie ein Teich mit dazugehörigem Bach.

Zwei Anträge waren chancenlos

Dass ein grosser Spielplatz tatsächlich einem Bedürfnis entspricht, zeigte nicht nur die zahlreiche Präsenz von jungen Familien, sondern auch deren Voten. FDP-Ortsparteipräsident Samuel Sommerhalder jedoch nahm das Votum des Ammanns auf, dass es nicht gelungen sei, in diesem Gebiet Gewerbe anzusiedeln. «Was habt ihr denn dafür gemacht?», wollte er wissen und erinnerte den Gemeinderat, dass dieser beim Kauf der Parzelle versprochen habe, aktive Gewerbepolitik zu betreiben.

Berikon brauche Gewerbeland, um das Steuersubstrat zu sichern. Deshalb stellte er einen Rückweisungsantrag. Die Gemeinde solle die Gesamterschliessung Riedacher ganzheitlich angehen. Der Rückweisungsantrag blieb indes chancenlos. Ebenfalls abgelehnt wurde ein Antrag von Ulrich von Moos, der den Gemeinderat verpflichten wollte, zuerst ein Konzept zum Spielplatz zu erarbeiten.

Konfusion um Antrags-Abstimmung

Nach dem Rückweisungsantrag zum Reglement über die Finanzierung von Wasser, Abwasser und Elektrizitätsversorgung an der letzten Gemeindeversammlung, kam das Reglement erneut aufs Tapet. Insgesamt wurden drei Änderungsanträge von Gregor Biffiger, Ulrich von Moos und Viktor Hüsser gestellt. Alle drei fanden die Zustimmung der Gemeindeversammlung.

So wurden die Senkung der Anschlussgebühren beim Abwasser, ein tieferer Wasserpreis (1.80 anstelle von 2 Franken), tiefere Zählergebühren, eine Streichung von Minimalgebühren beim Wasser und Abwasser sowie eine Streichung von Anschlussgebühren für entwässerte Verkehrsflächen und Parkplätze gutgeheissen.

Die Abstimmung zu den Anträgen wurde auf unorthodoxe Art und Weise durchgeführt, indem zuerst die Ja-Stimmen zu allen Anträgen und erst später die Nein-Stimmen gezählt wurden. Es dürfte aber letztlich korrekt abgelaufen sein. «Das Abstimmungsverfahren war mir nicht ganz klar», meinte Gregor Biffiger im Anschluss. Klagen wegen der Abstimmungs-Konfusion dürften aber ausbleiben, da alle Anträge angenommen wurden. Zwei Einbürgerungsgesuche wurden von den Stimmberechtigten ebenso genehmigt wie die Jahresrechnung und zwei Kreditabrechungen.