Dass die SVP in Sachen Wahlwerbung der Hecht im politischen Karpfenteich ist, war bekannt. Doch jetzt hat die spezialisierte Zürcher Firma Madia Focus im Auftrag des welschen Fernsehens (TSR) genau nachgerechnet und harte Zahlen geliefert: Von Mai bis August hat die Blocher-Partei in der Presse, auf Plakatwänden in Kinos und im Internet politische Werbung für 3,39 Millionen Franken gekauft. Damit hat die stärkste Partei im Land, der neuste Umfragen für die Wahlen vom 23. Oktober 28 Prozent Wähleranteil prognostizieren, erst einen Fünftel ihrer auf gut 20 Millionen geschätzten Kriegskasse angebraucht.

Gut 3 Millionen für FDP und CVP

Nur noch halb so präsent wie die SVP war der jetzt auf unter 16 Prozent abgesackte Freisinn: Er warb in den vier ausgewerteten Monaten für 1,77 Millionen Franken. Und die CVP als drittgrösste bürgerliche Partei verpulverte ein Budget von 1,27 Millionen Franken. Erhoben hat Media Focus gesamtschweizerisch die Partei-Propaganda für «Nationalrat, Regionalpolitik, Partei allgemein und Ständerat». Nicht erheben konnte sie Direktwerbung und Mailings.

SP und Kleine weit abgeschlagen

Hinter den bürgerlichen Werbemillionären folgt die mit über 20 Prozent zweitstärkste Partei SP weit abgeschlagen auf Platz 4: Sie konnte im erforschten Zeitraum nur knapp 300000 Franken für Werbung aufwenden. Und schon auf Platz 5 folgt die rechtsbürgerliche Lega dei Ticinesi mit 115000 Franken.

Der Rest ist rasch erzählt: Den Grünen (GPS), die immerhin 10 Prozent Wähleranteil haben, standen nur annähernd 79000 Franken zur Verfügung. Die Grünliberalen warben mit 30 291 Franken für sich. Die beiden Parteien EDU und EVP gaben für Werbung gut 16000 respektive nicht mal 2000 Franken aus.

Erstaunen erregt die Bürgerlich- Demokratische Partei (BDP). Sie leistete sich in den vier Monaten bloss Propaganda für 8257 Franken. Und dies, obwohl in ihren Reihen Multimillionäre, wie etwa der Nationalrat Hans Grunder aus Hasle bei Burgdorf figurieren oder die BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, die pro Jahr immerhin über 400000 Franken jährlich verdient.