Abstimmung Alterszentrum Strassenumbau

29 Millionen Franken und mehr

Am 27. September entscheiden die Stimmberechtigten über eine Summe in der Rekordhöhe von total 32 Millionen Franken. Vor allem für das Altersheim müsste Urdorf viel Geld in die Hand nehmen.

Flavio Fuoli

Die Vorlage des Urdorfer Altersheims beinhaltet einen Rahmenkredit von 29 Millionen Franken. Der Gemeinderat ist der Ansicht, dass in der Betreuung und Pflege von Betagten ein bedeutender Wandel feststellbar sei. Die früher langjährige stationäre Pflege werde zunehmend durch Spitex sowie von Dienstleistungen der Pro Senectute verkürzt.

Das bedeute, dass in Zukunft vermehrt stärker pflegebedürftige Personen bis zu solchen mit Demenz im Alterszentrum betreut werden müssen. Um für Urdorf optimal planen zu können, hatte der Gemeinderat Urdorf bekanntlich den Anschlussvertrag mit den Gemeinden Aesch, Birmensdorf und Uitikon gekündigt. Dies sei die Voraussetzung gewesen, um die Planung zur Sanierung und zeitgemässen Anpassung des Alterszentrums Weihermatt weiterzuführen.

Innere Struktur anpassen

Laut Weisung des Gemeinderats passt der geplante Umbau die innere Struktur den neuen Bedürfnissen an und biete eine zeitgemässe Einrichtung mit Nasszellen und Duschen in allen Zimmern. Die Pflegestation würde neu aus 72 Betten bestehen.

Die dementen Patienten erhielten in ihren Wohngruppen mit total 19 Betten einen direkten Zugang zu einer geschützten Aussenanlage. Zudem wird der Personaltrakt in Leichtbauweise aufgestockt. Dadurch erhält die Pflegestation zusätzliche Zimmer. In der Pflegeabteilung sind 48 Einer- und 12 Zweierzimmer, in der Demenzabteilung 7 Einer- und 6 Zweierzimmer geplant.

Minergiestandard

Das Projekt beinhaltet unter anderem auch den Ausbau in Minergiestandard und einen Verbindungsgang zu den privaten Alterswohnungen Bachstrasse, deren Baubeginn diesen November erfolgen soll.

An der vorberatenden Gemeindeversammlung im Juli appellierte Gemeindepräsident Werner Gutknecht, die beiden Geschäfte, also Alterszentrum und Strassensanierung, seien von grösster Bedeutung für die Zukunft und die Attraktivität der Gemeinde. Gesundheitsvorsteherin Sandra Rottensteiner erklärte damals, dass die Pflegebedürfnisse mittel- bis langfristig ohne Umbau und Erweiterung des Altersheims nicht mehr gewährleistet seien.

Bei Ablehnung der Vorlage müssten ohnehin diverse Umbauten vorgenommen werden. Dies mit Beträgen in zweistelliger Millionenhöhe. Danach hätte man jedoch keine Demenzabteilung und würde noch keine optimierten Betriebsabläufe vorfinden.

Anlässlich der vorberatenden Gemeindeversammlung wurden keine Gegenstimmen laut. Auch von den Parteien sprach sich keine gegen das Geschäft aus.

Gegen den Schleichverkehr

Urdorf hat die Wohnqualität in den letzten Jahren mit der Einführung von diversen Tempo-30-Zonen, verteilt übers ganze Gemeindegebiet, nachhaltig verbessert. Nun erhält die Gemeinde eine weitere Chance, den Verkehr zu beruhigen. Der Kanton beabsichtigt 2010 und 2011 die stark frequentierte Birmensdorfer- und die Feldstrasse zu sanieren. Gleichzeitig soll die Feldstrasse von vier auf zwei Fahrspuren redimensioniert werden.

Urdorf erhalte die einmalige Möglichkeit, ist der Gemeinderat der Ansicht, diese beiden Durchgangsstrassen so umzugestalten, dass diese als Ausweichroute der Westumfahrung und für den Schleichverkehr an Attraktivität verliere. Der Verkehr soll laut Gemeinderat mit geeigneten baulichen Massnahmen beruhigt werden, Wohn- und Lebensqualität würden verbessert und die Sicherheit der nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer durch geschickte Entflechtungsmassnahmen erheblich erhöht.

Die Feldstrasse ist auf einer Länge von 500 Meter (1,316 Millionen Franken), die Birmensdorferstrasse auf einer solchen von 1900 Meter (1,851 Millionen Franken) betroffen.

Keine grösseren Einwände

Die Gemeinde übernimmt also an den Kosten von total 19,08 Millionen Franken des Kantons einen Pauschalbeitrag von 3,167 Millionen Franken. Vor allem sollen die Durchfahrtsstrassen verkleinert (Feldstrasse) oder verkehrstechnisch saniert werden. Werkvorstand Jürg Pauli sagte an der orientierenden Gemeindeversammlung, man habe von rund 14 Einwendungen aus der Bevölkerung die meisten ohne Kostenfolge berücksichtigen können.

Wie beim Alterszentrum scheint auch diese Urnenvorlage unbestritten. Keine Ortspartei sprach sich dagegen aus. An der Gemeindeversammlung wurde das Vorhaben gar als «Superprojekt» gelobt.

Am 27. September stimmen die Urdorferinnen und Urdorfer zudem über den Betritt ihrer Gemeinde zur interkommunalen Anstalt Limeco ab. Die Limeco soll den Zweckverband der Kehrichtverbrennungsanlage in Dietikon ablösen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1