Schusswaffen-Statistik
259 Menschen durch Kugeln ums Leben gekommen

Die Zahl der Toten, die in der Schweiz durch Schusswaffen ums Leben kamen, ist laut den neusten Erhebungen erneut gesunken.

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Schusswaffe

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Keystone

259 Menschen starben 2008 durch Schusswaffen, 239 davon waren Suizide. Im Vorjahr waren es 291 gewesen, 264 davon hatten sich selbst getötet.

Frauen greifen zu Gift, Männer erhängen sich

Immer mehr lebensmüde Menschen in der Schweiz greifen statt zur Waffe zu Gift und Medikamenten. In den letzten 14 Jahren hat sich die Zahl der Selbstvergiftungen fast verdoppelt. Grund dafür ist die Zunahme der Menschen, welche Sterbehilfe in Anspruch nehmen.

Im Jahr 2008 war die Vergiftung die meistgewählte Vorgehensweise, um Suizid zu begehen. 395 Menschen nahmen sich so das Leben, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) hervorgeht. Das entspricht 30 Prozent aller Suizide. 1995 waren es noch 17 Prozent gewesen.

Derweil gingen die Erhängungen zurück. Die Zahl sank im selben Zeitraum von 27 auf 23 Prozent. Ebenfalls abgenommen hat die Zahl der Erschiessungen: von 28 auf 18 Prozent. 1313 Menschen nahmen sich 2008 das Leben, 1419 waren es 1995.

Die Frauen griffen am meisten zum Gift (46%), während nur 1,8 Prozent sich mit Waffen erschossen. 13 Prozent erhängten sich, 39 Prozent wählten eine andere Methode. Bei den Männern dominiert das Erhängen (28%) vor den Schusswaffen (27%), den anderen Methoden (23%) und der Vergiftung (21%).

Laut den neusten Zahlen begingen Männer mit 861 Fällen fast doppelt so häufig Suizid wie Frauen mit 452. Dieses Verhältnis hat sich in den letzten 14 Jahren kaum verändert. (sda)

Die meisten Schusswaffentoten im Jahr 2008 waren wiederum Männer. Nur gerade 13 Frauen waren dabei, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervorgeht. Im Jahr zuvor waren es 19.

Die Zahl der Schusswaffentoten ist damit in den letzten zehn Jahren um fast die Hälfte gesunken. 1998 waren es 466, davon waren 413 Suizide.

Von der Polizei registrierte Taten

Aufgrund der am 13. Februar zur Abstimmung kommenden Volksinitiative «Schutz vor Waffengewalt» wertete das BFS auch erstmals Zahlen zu Tötungsdelikten, schweren Körperverletzungen und Raubstraftaten aus. Dabei geht es um Taten, die von der Polizei registriert und deren Täter vor Gericht angeklagt, aber noch nicht verurteilt wurden.

Von 236 im Jahr 2009 begangenen Tötungsdelikten wurden deren 55 mit Schusswaffen ausgeführt. Mitgezählt sind dabei auch Delikte, bei denen die Täter die Opfer töten wollten, ihnen dies aber nicht gelang. Bei den 55 Delikten starben 24 Menschen.

2009 gab es 524 Fälle von schwerer Körperverletzung, 11 davon mit Schusswaffen. Von den über 3500 Raubstraftaten wurden laut den BFS- Zahlen 416 mit einer Schusswaffe ausgeübt. (sda)