Daillens VD

25 Tonnen Schwefelsäure aus entgleistem Wagen ausgelaufen

Sechs Zisternenwagen eines Güterzugs sind am Samstagmorgen bei Daillens im Kanton Waadt entgleist. An zwei Wagen sind Lecks gefunden worden. Aus einem sind 25 Tonnen Schwefelsäure ausgetreten. Die Schäden an der Infrastruktur sind gross.

Bei dem in Daillens VD verunfallten Güterzug sind an zwei Wagen Lecks gefunden worden. Dies geht aus einer Medienmitteilung der SBB hervor. Erst war nur von einem leck geschlagenen Wagen die Rede gewesen.

Aus dem zweiten Wagen seien nur sehr kleine Mengen an Chemikalien ausgelaufen, hiess es. Es handelt sich dabei um Natronlauge. Aus dem ersten Wagen lief dagegen fast der gesamte Inhalt aus, nämlich 25 Tonnen 98-prozentige Schwefelsäure.

Ob Umweltschäden entstanden sind, ist noch unklar. Zu solchen kann es kommen, wenn die Chemikalien in Gewässer oder das Grundwasser fliessen. "Bezüglich der Verschmutzung von Gewässern sind die Informationen bisher eher beruhigend", sagte Sylvain Rodriguez von der Waadtländer Direktion für Umwelt an einer Medienkonferenz in Daillens.

Unfallursache unklar

Zu dem Unfall kam es um 02.54 Uhr im Bahnhof von Daillens, wie die SBB mitteilten.

Der Güterzug umfasste 22 Wagen verschiedener Eigentümer. Er transportierte zwei handelsübliche Säuren, eine Lauge, einen umweltgefährdenden Stoff sowie einen entzündbaren flüssigen Stoff. Die letzten sechs Wagen des Zuges entgleisten, fünf von ihnen kippten um. 

Güterzug entgleist bei Daillens VD

Güterzug entgleist bei Daillens VD

Die genaue Unfallursache stand zunächst nicht fest. Die Unfalluntersuchungsstelle des Bundes leitete eine Untersuchung ein.

Der Unfall hat grossen Schaden an der Bahninfrastruktur verursacht: Die Gleise sind auf einer Länge von zirka 300 Metern massiv beschädigt. Zwei Weichen und mehrere Fahrleitungsmasten wurden beim Unfall komplett zerstört. Das Stellwerk in Daillens – welches die Lage der Weichen und Signale in der unmittelbaren Umgebung kontrolliert – wurde ebenfalls beschädigt. Zudem wurden laut SBB diverse Kabel zerstört, was Kunden-Durchsagen an einigen Bahnhöfen der Region verunmöglichte.

Aufgrund der massiven Schäden an der Infrastruktur geht die SBB davon aus, dass die Linien Lausanne–Yverdon und Lausanne–Vallorbe voraussichtlich für mehrere Tage unterbrochen bleiben. 

Regionalzüge werden durch Busse ersetzt, Fernverkehrszüge fallen zwischen Yverdon und Lausanne aus, Reisende von Neuenburg nach Lausanne oder Genf werden über Bern umgeleitet.

Der Unfall ereignete sich in unmittelbarer Nähe des Post-Verteilzentrums. Die Industriezone wurde evakuiert. Für die Bevölkerung in den nahegelegenen Dörfern wurde aber keine Warnung herausgegeben. Sie befänden sich genug weit vom Unfall entfernt, so SBB-Sprecher Frédéric Revaz. (sda/nch)

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