Die Zahlen sind alarmierend: Die europäische Polizeibehörde Interpol gab vor wenigen Tagen bekannt, dass in Europa in den vergangenen zwei Jahren mehr als 10'000 unbegleitete Flüchtlingskinder verschwunden sind. Es wird befürchtet, dass ein Teil von ihnen in die Hände von Menschenhändlern gefallen ist.

Auch in der Schweiz sind in den letzten vier Jahren insgesamt 240 minderjährige Asylbewerber verschwunden, wie das SRF-Nachrichtenmagazin «10vor10» in seiner Freitagsausgabe berichtet.

Während Asylverfahren verschwunden

Allein im letzten Jahr seien laut Staatssekretariat für Migration (SEM) 76 unbegleitete minderjährige Asylbewerber «unkontrolliert» abgereist, darunter auch 13-Jährige. Im Jahr davor waren es noch 47. Die meisten von ihnen seien noch während dem laufenden Asylverfahren verschwunden.

«Jeder dieser Fälle ist eine menschliche Tragödie und inakzeptabel», sagt Stefan Frey von der Schweizer Flüchtlingshilfe gegenüber «10vor10». Die Politik müsse aktiv werden, um den Kindern grösseres Vertrauen in das Asylsystem zu geben.

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) und das Bundesamt für Polizei (FedPol) wollten sich gemäss «10vor10» auf Anfrage dazu nicht äussern – oder erklärten sich als nicht zuständig. (nch/cze)