Unwetter-Warnung
24 Stunden Dauerregen: Flusspegel steigen an – Glarus warnt die Bevölkerung

Für heute Donnerstag haben Meteorologen bis in die Nacht auf Freitag heftigen und anhaltenden Niederschlag vorausgesagt. Weil die Boden bereits stark gesättigt sind, dürfte sich die Hochwasserlage weiter zuspitzen. Im Kanton Glarus wird davor gewarnt, nach draussen zu gehen.

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Der angekündigte Dauerregen birgt neue Hochwassergefahr in vielen Gegenden der Schweiz. (Archivbild)

Der angekündigte Dauerregen birgt neue Hochwassergefahr in vielen Gegenden der Schweiz. (Archivbild)

Keystone

Eine feucht-labile Süd- bis Südwestströmung sorgt am Donnerstag und in der Nacht auf Freitag für anhaltenden und intensiven Niederschlag in vielen Gegenden der Schweiz. Dies meldet der Wetterdienst MeteoNews.

So komme es zunächst im Tessin und in den Bergen sowie später entlang der östlichen und zentralen Voralpen wie auch in Teilen Graubündens zu teils äusserst intensivem Dauerniederschlag.

Auch bei den Flüssen im Kanton Aargau besteht erhöhte Hochwassergefahr. So für die Reuss von Mündung kleine Emme bis Mündung Aare und für die Aare von Mündung Wigger bis Mündung Reuss. Dies meldet die Naturgefahrenfachstelle des Bundes.

Im Kanton Glarus wird die Bevölkerung sogar ausdrücklich gewarnt, zu Hause zu bleiben oder sich in den Siedlungen aufzuhalten. Es sei gefährlich, jetzt noch auf offener Strasse unterwegs zu sein. Aufgrund des Dauerregens könne es zu Überschwemmungen und Hangrutschen kommen, heisst es in einer Mitteilung. Sandsäcke werden nun in Position gebracht, um gegen das drohende Wasser anzukämpfen.
Erst vor einer Woche forderte ein Murgang im Kanton Glarus ein Todesopfer. Das sei mit ein Grund für die frühe Warnung, sagt das zuständige Amt. Es soll nicht noch mehr Tote geben.

Unwetter im Aargau (Mitte Juni 2016) Auf der Kreuzung Bahnhofstrasse/Wohlerstrasse in Dottikon stand das Wasser knöcheltief.
26 Bilder
 Die Bachstrasse in Dottikon ist effektiv zu einem Bach geworden. Die Wassermassen flossen von da über eine angrenzende Liegenschaft hinunter auf die Wohlerstrasse.
Überflutete Felder bei der Firma Rosenhuber in Dottikon.
Kreuzung Hendschikerstrasse/Mittelwegstrasse in Dottikon.
Das Ladenlokal der Bäckerei Wirth in Dottikon wurde überflutet und musste von der Feuerwehr leergepumpt werden.
Auf dem Vorplatz vor der Bäckerei Wirth stand das Wasser einen halben Meter hoch.
Überschwemmte Liegenschaft zwischen Bachstrasse und Wohlerstrasse in Dottikon.
Überschwemmte Liegenschaft zwischen Bachstrasse und Wohlerstrasse in Dottikon.
Ein Mann läuft mit einer Schaufel auf einer überfluteten Strasse in Dottikon.
Eine überflutete Strasse in Dottikon.
Die Bünz zwischen Dottikon und Hendschiken blieb noch knapp in ihrem Bett.
Um das Grundwasserpumpwerk in Dottikon zu schützen, musste mit Baumaschinen ein Wall erstellt werden.
Fluten in Hendschiken.
In Othmarsingen schlug das Unwetter besonders stark zu. Hier wurden mehrere Keller überflutet...
...und verursachten grossen Sachschaden.
Der Tag nach dem Unwetter: Die Wassermassen hinterliessen jede Menge Schlamm..
...und zerstörten so manches Hab und Gut.
Ein Einwohner von Othmarsingen schafft nach dem Unwetter verdreckte Gegenstände aus seinem Haus.
Das Wasser ist verschwunden, zurück blieb Dreck und Schlamm.
Diese Bücher wurden Opfer der Wassermassen in Othmarsingen.
Die Markierung an der Wand dieses Kellers in Othmarsingen zeigt, wie hoch das Wasser stand.
Der Gehrenweg in Möriken hat sich in einen reissenden Bach verwandelt.
Vom Blitz getroffen: Inner kürzester Zeit stand eine Scheune in Oftringen in Vollbrand.
Glücklicherweise wurde beim Grossbrand niemand verletzt.
In Hägglingen sorgten die starken Regenfälle der letzten Tage sogar für einen Hangrutsch.
Das Erdreich verschiebte sich auf eine Strasse im Grenzgebiet zwischen Hägglingen und Wohlenschwil.

Unwetter im Aargau (Mitte Juni 2016) Auf der Kreuzung Bahnhofstrasse/Wohlerstrasse in Dottikon stand das Wasser knöcheltief.

Toni Widmer

Laut den aktuellsten Modelldaten dürften im Tessin gebietsweise 100 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, stellenweise auch mehr. In den zentralen und östlichen Alpen und Voralpen werden verbreitet Niederschlagssummen von 40 bis 70 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet – innerhalb von etwa 24 Stunden wohlgemerkt!

Bei einer Nullgradgrenze von über 3000 Metern morgen früh fällt ein Grossteil des Niederschlags im Süden als Regen und gelangt direkt in die Flüsse. Erst im Tagesverlauf und in der Nacht auf Freitag sinkt die Schneefallgrenze auf gegen 2000 Meter ab.

Für die bereits angespannte Hochwassersituation bedeutet dies gar nichts Gutes, denn die Böden sind aufgrund der nassen Vorgeschichte vielerorts vollgesogen und können nur noch begrenzt Wasser aufnehmen. Somit fliesst dieses vornehmlich oberflächig ab, was die Pegel und Abflüsse der betroffenen Gewässer markant anschwellen lassen könnte.