Unwetter
2010 war kein schlimmes Unwetterjahr

Es waren vor allem Gewitterregen, die im letzten Jahr zu grössen Schäden an Gebäuden und Landschaften führten. Menschen kamen im 2010 alleine aufgrund von Unwettern nicht zu schaden.

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Unwetter im Jahr 2010
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Starke Regenfälle am 29. Juli überfluteten Melchnau (AG).
Beschädigtes Dach nach Unwetter vom 22. Juli in Horw (LU).
Erdrutsche bei Chateau d'Oex im Juli.
Erdrutsch auf der Nordseite des Berninapasses am 3. Juli 2010.
Hagelgewitter am 10. Mai in der Stadt Luzern.

Unwetter im Jahr 2010

Keystone

Die Schweiz blieb im letzten Jahr von grossen Unwetterschäden verschont. Dies zeigt die Auswertung der landesweiten Unwetterschadensbank der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, die heute veröffentlicht wurde.

Mit rund 63 Millionen Franken war das Jahr 2010 relativ schadenarm - vor allem wenn man mit dem Mittelwert der Jahre 1972-2009 vergleicht, der rund 350 Millionen Franken beträgt.

Im letzen Jahr waren es vor allem Gewitterregen, die zu den Schadenskosten (78 Prozent) führten. Die grössten Schäden sind durch das Gewitter am 6. Juni 2010 entstanden. Betroffen war hauptsächlich der Kanton Bern, wo es zu Überschwemmungen und Erdrutschen im Aaretal kam.

Vor allem der Kanton Bern betroffen

Auch die Gewitter vom 10. Juli zogen primär den Kanton Bern in Mitleidenschaft. Im Raum Saanen- und Simmental wurden Keller überflutet und Strassen beschädigt. Im Raum Saanen- und Simmental wurden Keller überflutet und Strassen beschädigt.

Wegen heftiger Nieder­schlä­ge am 12. Juli uferten vor allem in Muotathal SZ sowie in Flums SG Bäche aus. Lang anhaltende Regen­fälle führten am 6. August zu bedeutenden Schäden im Glarner Unterland. In Ziegelbrücke stürzte wegen Unterspülung sogar eine Gebäudefassade teilweise ein.

Am 23. Juli und 12. August kam es im Spreit­graben in Guttannen BE zu bedeutenden Murgängen, die grosse Mengen Geschiebe in die Aare transportierten.Die Entwicklung der Schadenskosten seit 1972 zeigt, dass die Zahlen von Jahr zu Jahr stark variieren. Es ist keine Tendenz feststellbar. Schadenreiche Unwetterjahre wie 1987 und 2005 können jederzeit wieder eintreten. (jep)