Zum zweiten Mal in Folge verzeichnete der Bericht der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) für 2009 einen Rückgang der Migration: Nach dem Rekordhoch von 2007 ging 2009 die Zahl der Migranten im Vorjahresvergleich um über 7 Prozent zurück, besonders in den Krisenländern Spanien und Irland.

In der Schweiz und auch in Deutschland war der Rückgang der Migration mit 18 beziehungsweise 13 Prozent deutlich stärker als im OECD-Mittel. Für die Schweiz und auch für Österreich war Deutschland das wichtigste Herkunftsland neuer Migranten.

2009 waren laut dem OECD-Bericht 26 Prozent der in die Schweiz Eingewanderten Deutsche. In Österreich machten die Deutschen 19 Prozent aller Zugewanderten aus.

Am stärksten war gemäss dem OECD-Bericht in der Schweiz der Rückgang von Einwanderern aus den 15 "alten" EU-Staaten. Für Bürger dieser Staaten gibt es im Gegensatz zu Ländern, die 2004 und danach zur EU stiessen, seit 1. Juni 2007 keine Kontingente mehr. Mit 62 Prozent entfällt der grösste Teil der Migrationsströme auf diese 15 EU-Staaten.

Verschlechterungen in den Arbeitsmärkten

Die rückläufige Migration fällt laut OECD generell mit Verschlechterungen auf den Arbeitsmärkten zusammen. Besonders betroffen waren junge Migranten sowie die Branchen Bau, Finanz und Detailhandel. Dagegen wurden im Bildungs- und im Gesundheitswesen sowie in Haushalten mehr Eingewanderte beschäftigt.

Eingewanderte gründen laut dem Bericht mit etwas höherer Wahrscheinlichkeit ein eigenes Unternehmen und schaffen damit Arbeitsplätze als im Land Geborene. Die Regierungen müssten Hindernisse für diese Firmengründungen aus dem Weg räumen, um die Schaffung von Stellen zu unterstützen.

Die OECD forderte, mit der Zusammenarbeit von Einwanderungs- und Herkunftsländern sowie Regierungen und Betrieben legale Einwanderung zu fördern und illegale Einwanderung einzuschränken. Ausserdem sei mehr Integration nötig, und mit erleichterten Einbürgerungen sollten alle dieselben Chancen erhalten.