Kindsentführung
20 Prozent mehr Fälle: 51 Kinder in der Schweiz entführt

Das Bundesamt für Justiz verzeichnete 2013 fast 20 Prozent mehr Fälle von Kindsentführungen als noch ein Jahr zuvor. So wurden 51 Kinder in der Schweiz verschleppt. Noch schlimmer: Die Zahl dürfte noch viel höher sein.

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51 Fälle von Kindsentführungen im Jahr 2013 in der Schweiz

51 Fälle von Kindsentführungen im Jahr 2013 in der Schweiz

Keystone

Kindesentführungen sind in der Schweiz keine Seltenheit: 51 Fälle, bei denen ein Elternteil ein Kind illegal ausser Landes schaffte, verzeichnete das Bundesamt für Justiz (BJ) gemäss «Schweiz am Sonntag» vergangenes Jahr. Das sind fast 20 Prozent mehr als noch 2012.

Unverändert ist die Zahl von 37 Kindern, die in die Schweiz verschleppt wurden.

Nur die Spitze des Eisberges

Die Zahlen zeigen aber nur die Spitze des Eisberges. Denn beim Bundesamt sind lediglich jene Fälle aufgelistet, die das Haager Kindesentführungs-Übereinkommen betreffen.

Dieses haben praktisch alle Länder in Nordamerika, Südamerika und Europa unterzeichnet.

Doch viele Staaten in Afrika, dem Nahen Osten sowie Asien gehören nicht dazu. Deshalb schätzt Rolf Widmer, Direktor des Internationalen Sozialdienstes, dass jährlich doppelt so viele Entführungen stattgefunden haben.

«Wir hatten vergangenes Jahr allein mit 100 Müttern oder Vätern zu tun, die ihre Kinder illegal aus der Schweiz mitnahmen oder eine Entführung befürchteten», sagt Widmer.

In der Regel entführen Eltern ihre Kinder nach einer Trennung in ihr Heimatland. Gemäss BJ-Statistik sind in 70 Prozent die Mütter die Entführerinnen.

Diese Zahl verzerre jedoch das Bild, sagt Widmer zur «Schweiz am Sonntag». «Für Entführungen in Länder, wo das Haager Übereinkommen nicht gilt, sind vor allem die Väter die Verantwortlichen.»

Das Gezerre um die Kinder endet oft vor Gericht - und mit der Rückführung der Kinder.

«Bis eine solche klappt, dauert es zwischen zwei Wochen und zwei Jahren. Mehrheitlich aber weniger als ein Jahr», sagt David Urwyler vom Bundesamt für Justiz.

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