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20 Jahre «Arena»: Wer ist Ihr Lieblingsmoderator?

Am 27. August 1993 hat das Schweizer Fernsehen die erste «Arena» ausgestrahlt. Das neue, angriffige Sendeformat schlug auf Anhieb ein, in den 90er-Jahren erreichte es durchschnittliche Marktanteile von gegen 40 Prozent.

Hans Fahrländer
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Von da an gings bergab. Heute ist der Anteil ungefähr halbiert. Woran liegt es?

Am Moderator? Ja. Man kann vom Erfinder und ersten Moderator Filippo Leutenegger politisch halten, was man will - als Dompteur im Ring war er charismatisch, moderat provozierend, gut. Auch seine Nachfolger Patrick Rohr, Urs Leuthard und Reto Brennwald hatten ihr je eigenes Charisma. Dem heutigen Team Sonja Hasler und Urs Wiedmer ist handwerklich nichts vorzuwerfen. Doch eine spezielle Aura ist bei ihnen nicht auszumachen.

Leutenegger ist beim Moderieren in seinem Element. Leutenegger im Dezember 1997 mit den beiden UBS-Bankern Marcel Ospel (r) und Mathis Cabiallavetta.
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Filippo Leutenegger mit dem damaligen Bundesrat Otto Stich in einer Arena im Oktober 1996.
Nummer 2 im Ring: Patrck Rohr war von 1999 bis 2002 im Amt. Rohr befragt im Oktober 2000 den Zürcher SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi. Thema: Hanf-Legalisierung.
Patrick Rohr befragte im April 2000 die Sektenleiter Icordo Uriella, Mitte.
Nummer 3: Urs Leuthard war von 2002 bis 2008 im Ring. Leuthard zusammen mit Radio-Pionier («Wär häts erfunde») Roger Schawinski.
Arena-Moderator Nummer 4: Reto Brennwald übernahm im April 2008 und blieb bis Ende 2010. Brennwald im Januar 2008 mit SVP-Cheflenker Christoph Blocher.
Seit 2011 im Amt und die erste Frau: Sonja Hasler.
Sei Februar 2001 im Ring ist Urs Wiedmer. Er teilt sich die Moderation mit Sonja Hasler.

Leutenegger ist beim Moderieren in seinem Element. Leutenegger im Dezember 1997 mit den beiden UBS-Bankern Marcel Ospel (r) und Mathis Cabiallavetta.

Keystone

An den Teilnehmern? Ja. Die kantigen Typen in der Politik sind am Aussterben. Heute steigen fast ausschliesslich von Kommunikationsberatern im Medientraining gestählte Leute in die Arena. Das macht sie langweiliger, abgeschliffener, austauschbarer. An den Themen? Nein. Natürlich gibt es spannendere und flauere Zeiten. Doch das war früher nicht anders. An den Zuschauergewohnheiten? Ja. Die jüngere Generation ist am Freitag um 22.20 Uhr im Ausgang, nicht vor dem Fernseher.

Fazit: Die «Arena» heute ist keine schlechte Sendung. Aber auch keine aussergewöhnliche mehr. Heute wird ja auf allen Sendern getalkt und gestritten.

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