Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Radiostudios Bern wollen weiterhin in der Hauptstadt arbeiten. Sie haben sich zur Arbeitsgruppe Pro Radiostudio Bern formiert. Sie produzieren Informationssendungen wie Echo der Zeit, Rendez-vous, Tagesgespräch, Info3, Heute Morgen und SRF4 News. Die Eigenständigkeit dieser Programme würde durch den Umzug gefährdet, heisst es in einer Medienmitteilung. Die meisten nationalen Medien würden bereits heute aus Zürich berichten. Mit dem Berner Radiostudio würde der "Wasserkopf Zürich" weiter wachsen.

Über 160 SRF- und tpc-Technik-Mitarbeiter haben ihren Unmut nun in einem Schreiben an den SRG-Verwaltungsrat kundgetan. Sie sehen die Medienvielfalt und die föderalen Strukturen der SRG bedroht: "Bern spielt eine entscheidende Rolle als Brückenkopf zwischen der Deutschschweiz und der Romandie." Mit der Vielfalt habe die SRG auch im Kampf gegen die No-Billag-Initiative geworben, die 72 Prozent der Stimmenden Anfang März ablehnten. In Bern befinden sich auch die Fachredaktionen Ausland, Inland, Wirtschaft, die Technik (tpc) und die Dokumentation. Auch die Auslandskorrespondenten sind gegen den Umzug.

Die SRG will mit der Verlegung des Radiostudios nach Zürich zwischen drei und dreieinhalb Millionen Franken sparen. Die Mitarbeiter in Bern fordern, die Entscheidungsträger sollen sich nicht nur finanzielle Überlegungen machen, sondern auch föderalistische und medienpolitische Argumente gewichten.

Zuvor machten sich auch die Berner CVP und Berner Wirtschaftverbände für den Verbleib in der Hauptstadt stark. (mwa)