Griechenland

14 Verletzte bei Protesten von Neonazis und Autonomen in Athen

Athener Polizei greift ein in Proteste

Athener Polizei greift ein in Proteste

Im Zuge einer Kundgebung von Neonazis gegen ausländische Einwanderer sind in Athen neun Polizisten und fünf Einwanderer verletzt worden, wie die Polizei mitteilte. An den Auseinandersetzungen seien auch Linksextreme beteiligt gewesen.

Rund 300 Neonazis versammelten sich am Samstagabend auf dem Omonia-Platz im Zentrum von Athen, um "die Befreiung Athens und Griechenlands von den Horden illegaler Einwanderer" zu fordern. Sie gaben fremdenfeindliche Parolen von sich und zeigten den Hitlergruss.

Die Polizei riegelte den Platz ab, um Zusammenstösse mit mehreren linksgerichteten Gruppen und Nichtregierungsorganisationen zu verhindern, die gegen die Versammlung demonstrierten.

Die Neonazis zogen anschliessend vor das ehemalige, seit dem Jahr 2000 leerstehende Berufungsgericht von Athen, das seit mehreren Wochen von rund 500 von Abschiebung bedrohten Einwanderern besetzt ist.

Mitglieder der rechtsextremen Gruppe Chryssi Avghi (Goldene Morgendämmerung) attackierten das Gebäude mit Knallpetarden und anderen Wurfgeschossen. Die Rechtsradikalen verletzten fünf Einwanderer, von denen zwei ins Spital gebracht wurden. Einwanderer und griechische Unterstützer warfen Steine aus den oberen Etagen. Die Polizei setzte daraufhin Tränengas ein.

In der Nähe der Polytechnischen Schule attackierten rund 150 Autonome, die gegen die "rassistische Versammlung" protestierten, Sicherheitskräfte mit Molotowcocktails und anderen Wurfgeschossen. Dabei wurden neun Beamte leicht verletzt.

Am Freitag hatten mehrere Menschenrechtsgruppen die Zustände in dem ehemaligen Gerichtsgebäude kritisiert. Die 500 Einwanderer müssen in dem achtstöckigen Haus ohne fliessendes Wasser und Strom auskommen.

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