Schlössli
14 Millionen für das «Schlössli?»

Knapp 14 Millionen Franken will sich der Aarauer Stadtrat die Sanierung und Erweiterung des Aarauer Stadtmuseums im Schlössli kosten lassen. Verbunden damit ist auch ein neues Ausstellungskonzept.

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Aarau Schlössli

Aarau Schlössli

Aargauer Zeitung

Hermann Rauber

Konturen für Kulturmeile Kommentar von Hermann Rauber Mit der Erweiterung des Stadtmuseums im Schlössli soll die Aarauer Kulturmeile mit dem Kultur- und Kongresshaus und dem Haus zum Schlossgarten einen markanten Abschluss erhalten. Mit dem Quantensprung für das einst bescheidene Wohnmuseum soll dem «Schlössli» aber auch der Anschluss an die bestehenden Kultur-Leuchttürme Kunsthaus und Naturama gelingen. Ein ehrgeiziges Vorhaben, das zwar nicht zwingend zu den unabdingbaren Infrastrukturaufgaben zählt, wohl aber an erster Stelle des Wunschzettels steht. Doch die Präsentation der Aarauer Geschichte - namentlich von der Helvetik bis zum Bundesstaat - und die Debatte aus heutiger Optik ist dankbar und strahlt aus. Bei allem Wohlwollen für das Projekt muss der politische Wille zu einer solchen Tat erst noch erarbeitet werden. Der geplante Annexbau westlich des historischen Turms ist nicht auf ungeteilten Beifall gestossen. Am Geld dürfte es in der Stadt Aarau nicht fehlen, allerdings hat eine solche Investition immer auch Folgekosten. Der Betrieb soll mit dem neuen Konzept mit rund 1,2 Millionen Franken zu Buche schlagen, pro Jahr notabene. Alle Erfahrungen mit der öffentlichen Hand zeigen, dass die Tendenz des Aufwandes steigend sein wird. Auch das muss ins Kalkül der Nagelprobe einbezogen werden. hermann.rauber@azag.ch

Konturen für Kulturmeile Kommentar von Hermann Rauber Mit der Erweiterung des Stadtmuseums im Schlössli soll die Aarauer Kulturmeile mit dem Kultur- und Kongresshaus und dem Haus zum Schlossgarten einen markanten Abschluss erhalten. Mit dem Quantensprung für das einst bescheidene Wohnmuseum soll dem «Schlössli» aber auch der Anschluss an die bestehenden Kultur-Leuchttürme Kunsthaus und Naturama gelingen. Ein ehrgeiziges Vorhaben, das zwar nicht zwingend zu den unabdingbaren Infrastrukturaufgaben zählt, wohl aber an erster Stelle des Wunschzettels steht. Doch die Präsentation der Aarauer Geschichte - namentlich von der Helvetik bis zum Bundesstaat - und die Debatte aus heutiger Optik ist dankbar und strahlt aus. Bei allem Wohlwollen für das Projekt muss der politische Wille zu einer solchen Tat erst noch erarbeitet werden. Der geplante Annexbau westlich des historischen Turms ist nicht auf ungeteilten Beifall gestossen. Am Geld dürfte es in der Stadt Aarau nicht fehlen, allerdings hat eine solche Investition immer auch Folgekosten. Der Betrieb soll mit dem neuen Konzept mit rund 1,2 Millionen Franken zu Buche schlagen, pro Jahr notabene. Alle Erfahrungen mit der öffentlichen Hand zeigen, dass die Tendenz des Aufwandes steigend sein wird. Auch das muss ins Kalkül der Nagelprobe einbezogen werden. hermann.rauber@azag.ch

Aargauer Zeitung

Das Aarauer Stadtmuseum im historischen Schlössli, einem Bau aus dem 13. Jahrhundert, hat eklatante Mängel. Der Eingang ist versteckt, die Beleuchtung schlecht, es gibt keinen Lift, die Energieeffizienz ist mangelhaft. Mit der Wahl der neuen Museumsleiterin Kaba Rössler kam auch ein neues Museumskonzept ins Rollen, das nach einer Erneuerung und Erweiterung der Räumlichkeiten ruft. Im künftigen Leitbild soll das Stadtmuseum «mitten in Aarau und mitten im Leben stehen», betont der Stadtrat, die Institution soll «Erinnerungsspeicher», gleichzeitig, aber auch «ein Ort für die Auseinandersetzung mit der Gegenwart und Zukunft von Aarau, dem Kanton Aargau und seinem weiteren Umfeld sein», heisst es.

Schlossplatz abgekoppelt

Vor Jahren definierte der Stadtrat bauliche Massnahmen, um das neue Konzept umsetzen zu können. Dazu gehörten neben der Sanierung des Altbaus ein Erweiterungstrakt, die Nutzung der ehemaligen Zivilschutzanlage im «Bunker» und die Neugestaltung des Schlossplatzes. Die letzten beiden Punkte hat die Behörde nun definitiv abgekoppelt, um sie separaten Lösungen zuzuführen.

Bleibt die Umgestaltung des eigentlichen Schlösslis und der Neubau, der sich westlich vor dem Haus zur Münz anschliessen soll. Beide Teile, alt und neu, werden miteinander verbunden sein, die Erschliessung kann über das Treppenhaus oder einen Lift im Annex erfolgen. Die bestehende Ausstellungsfläche im Aarauer Stadtmuseum wird damit von heute 600 auf neu 1500 Quadratmeter erweitert. Hinzu kommen eine Depotfläche mit Lagertechnik von noch einmal 950 Quadratmetern und eine Aussenstation am Bahnhof mit dem Ausstellungsraum zu den Meyerschen Stollen, der im kommenden Jahr eröffnet wird.

Die bestehende Präsentation im Wohnmuseum im Schlössli wird laut Stadtrat «spätestens mit Baubeginn geräumt» und anschliessend «nach heutigen Ansprüchen» eingerichtet. Hier rechnet man mit Kosten von insgesamt 2,258 Millionen Franken. Diese sollen, wenn möglich, durch «Drittmittel» finanziert werden. Man will auf das Legat Bolens (gut eine Million) und auf die zurückgestellten Mittel der Gesellschaft zur Förderung des Stadtmuseums (770 000 Franken) zurückgreifen. Der Rest könnte durch Spenden aus der Wirtschaft, von Stiftungen oder aus dem kantonalen Lotteriefonds generiert werden.

Volumen 20 Prozent reduziert

Der gläserne Neubau, ein Projekt der Architekten Diener/Diener/Steinmann, wird auf 12,204 Millionen Franken veranschlagt. Dank einer Reduktion der Dachhöhe um einen Meter und einer Verzichtsplanung ist das Volumen um rund 20 Prozent reduziert worden. Der neue Eingang befindet sich am Schlossplatz, in der Parterrehalle vorgesehen ist ein Mehrzwecksaal und ein Museumscafé. Zusätzlich gibt es Räume für pädagogische Lehrstunden, für Wechselausstellungen und Ateliers. Die kantonale Denkmalpflege jedenfalls beurteilt den Annexbau «grundsätzlich als stadtbildverträglich».

Neben der Investition von total 13,95 Millionen Franken braucht es für den Museumsbetrieb auch mehr Personal. Diese jährlich wiederkehrenden Kosten dürften sich von heute knapp 900 000 auf geschätzte 1,123 Millionen Franken erhöhen. Das letzte Wort hat das Volk Ende 2009.

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