Syrien
13 Millionen Franken: So hilft die Schweiz Syrien

Die Schweiz hat ihre Mittel für die humanitäre Hilfe in Syrien auf 13 Millionen Franken aufgestockt. Das Land gehört damit zu den zehn wichtigsten Geldgebern. Was die Schweiz mit den Gelden vor Ort macht.

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Im blutigen Konflikt in Syrien zeichnet sich kein Ende ab. Doch selbst wenn die Kriegshandlungen bald ausgesetzt würden: Die betroffene Zivilbevölkerung wird während Jahren auf humanitäre Hilfe angewiesen sein.

Dies sagte Beat von Däniken, Koordinator des Schweizer Kooperationsbüros in der jordanischen Hauptstadt Amman, am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Bern. Die syrische Bevölkerung könne dabei auf die Unterstützung der Schweiz zählen. «Wir werden langfristig vor Ort bleiben», versicherte von Däniken.

Die Schweiz hat ihr Budget für die humanitäre Hilfe in Syrien seit Beginn der Krise schrittweise erhöht, ein letztes Mal in dieser Woche um 2 auf nun 13 Millionen Franken. Damit gehöre das Land zu den zehn grössten Geberländern, sagte Manuel Bessler, Delegierter des Bundesrats für Humanitäre Hilfe.

Direktaktionen im Libanon

Der grösste Teil des Geldes kommt dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sowie den verschiedenen Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen zugute. In den Nachbarländern Syriens führt die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) aber auch Direktaktionen durch.

Gemäss Beat von Däniken werden etwa im Libanon 1,3 Millionen Franken für Familien eingesetzt, die sich zur Aufnahme syrischer Flüchtlinge bereit erklären. «Damit wird vermieden, dass die Menschen in Flüchtlingslagern leben müssen», sagte er. Weiter werden 300'000 Franken für die Sanierung von jordanischen Schulen aufgewendet, welche syrische Flüchtlinge aufnehmen.

Der Zugang zu den 2,5 Millionen Menschen, die in Syrien auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, gestalte sich schwierig, sagte von Däniken. Hilfsorganisationen würden zunehmend an Check-Points an der Weiterfahrt gehindert. Die Behinderungen gingen von «beiden Konfliktparteien» aus.

Verbrechen beider Seiten ahnden

Überhaupt wurde an der Medienkonferenz der neutrale Charakter der Schweizer Hilfe hervorgehoben. Daran ändere auch die Unterstützung des politischen Programms nichts, welches Vertreter der syrischen Opposition kürzlich in Berlin vorgestellt haben. Das Projekt mit dem Titel «The Day After» skizziert die Zeit nach dem derzeitigen Machthaber Baschar al-Assad.

Und auch der Antrag aus Bern an den UNO-Sicherheitsrat, den Fall Syrien dem Internationalen Strafgerichtshof für Kriegsverbrechen vorzulegen, ziele nicht nur gegen die Verbrechen der Regierungstruppen. «Es geht darum, Verbrechen beider Seiten zu ahnden», sagte Jean-Daniel Ruch, Sonderbeauftragter für den Mittleren Osten im Aussendepartement.(sda)