Meilenstein
13'800 Schwellen haben die Gleise im Bözbergtunnel: Nun ist die letzte befestigt– sie ist golden

Die letzte Schwelle besiegelt die neue Ära des Bözbergtunnels: Die Schienen sind fertiggestellt und im Dezember diesen Jahres geht der Tunnel in Betrieb. Der Verkehr auf Nord-Süd-Achse wird ab dann vermehrt auf der Schiene stattfinden.

Merken
Drucken
Teilen
Bözbergtunnel Goldene Schwelle
11 Bilder
Die Schraube wurde mit vereinten Kräften angezogen: (v.l.) Hans Ruedi Rihs, Sektionsleiter Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau, Erwin Scherer, Leiter Tunneling Implenia, Anna Barbara Remund, Vizedirektorin des Bundesamtes für Verkehr, und Jacques Boschung, Leiter SBB Infrastruktur bei der Zeremonie der letzten Schwelle des Bözbergtunnels.
Der Beton wird gegossen rund um die goldene Schwelle. (6.Februar 2020).
Die letzte Schwelle der festen Fahrbahn im Bözbergtunnel wird einbetoniert (6.Februar 2020).
Die goldene Schwelle der festen Fahrbahn im Bözbergtunnel wird einbetoniert (6.Februar 2020).
Handarbeit ist gefragt: Sorgfältig wird der Beton um die «Goldene Schwelle» geglättet.
Das letzte Teilstück der Gleise mit der sogenannten "Goldenen Schwelle" wird eingebaut und somit der 4-Meter-Korridor realisiert.

Bözbergtunnel Goldene Schwelle

Keystone

In einer feierlichen Zeremonie hat das Team des Baudienstleisters Implenia die letzte Schwelle der festen Fahrbahn im Tunnel befestigt und mit Beton eingegossen. Die Bauteams verbauten 13'000 Kubikmeter Beton, 13'800 Schwellenblöcke und 8,2 Kilometer Schienen. Sind die Bauarbeiten einmal fertig, können Sattelauflieger mit einer Höhe von vier Metern auf der Schiene transportiert werden, so eine Medienmitteilung der SBB.

«Der neue Bözbergtunnel ist ein wichtiger Meilenstein für den umwelt- und ressourcenschonenden Güterverkehr in Europa. Umwelt- und ressourcenschonend ist der Güterverkehr dann, wenn er auf der Schiene stattfindet statt auf der Strasse», wird Anna Barbara Remund, Vizedirektorin des Bundesamtes für Verkehr in der Medienmitteilung der SBB zitiert. Jacques Boschung, Leiter SBB Infrastruktur, ergänzt: «Der europäische Traum der Flachbahn von den Nordseehäfen bis zum Mittelmeer wird Wirklichkeit. Der 4-Meter-Korridor und der Neubau des Bözbergtunnels sind ein wichtiger Bestandteil davon, alle Arbeiten sind auf Kurs.»

Auch Hans Ruedi Rihs, der Vertreter des Kantons Aargau, preist die Verlagerung auf die Schiene und sagt: «Der Kanton Aargau setzt sich als Mitglied des Gotthardkomitees für die Verlagerungspolitik des Bundes ein.» Erwin Scherer, Leiter Tunneling bei Implenia, bedankt sich bei den Projektmitarbeitenden und freut sich, dass die Bauarbeiten ohne grössere Zwischenfälle verlaufen sind und gut im Zeitplan liegen.

Der Plan ist, dass die SBB die Arbeiten im Tunnel Ende Juni 2020 abschliesst. Von Ende Mai bis Ende Oktober 2020 finden allerlei Tests statt. Auch Übungen für den Fall einer Rettung sind geplant, diese dann im Sommer. Dort üben die Polizei, Rettung/Sanität und die Feuerwehr für den Ernstfall. Am 13. Dezember ist Fahrplanwechsel. Dann geht der Bözbergtunnel in Betrieb. Das Resultat: mehr Zug auf der Nord-Süd-Achse. (mma)

Im April 2019 konnte man die Baustelle besichtigen:

In die 350 Millionen Franken teure Doppelröhre werden die Kabel und die Fluchtschiebetüren in die Querverbindungen zum derzeit noch genutzten, alten Bözbergtunnel eingesetzt.
15 Bilder
SCHWEIZ SBB BOEZBERGTUNNEL BAUSTELLE
...die mit Licht den Weg zum nächsten Rettungsstollen weisen.
In diesen Räumen wird Überdruck herrschen, damit kein Rauch eindringen kann.
Der Gesamtprojektleiter Thomas Zieger.

In die 350 Millionen Franken teure Doppelröhre werden die Kabel und die Fluchtschiebetüren in die Querverbindungen zum derzeit noch genutzten, alten Bözbergtunnel eingesetzt.

ALEXANDRA WEY