Die Hochwassersicherheit und die Umweltmassnahmen wie zum Beispiel die Restwasserabgabe in die alte Aare bleiben unangetastet. Das neue Konzessionsprojekt soll im Laufe des Sommers eingereicht werden.
Die Axpo hatte das Konzessionsprojekt im September 2006 eingereicht und im Mai 2009 öffentlich vorgestellt. Bevor die Baueingabe erfolgte, wurde das Projekt nochmals optimiert, was zu einer Konzeptänderung führte. In der Detailprojektierung hatte sich herausgestellt, dass das damalige Neubauprojekt technisch und baulich sehr aufwändig ist und eine lange Realisierungszeit erfordert.

Dies wirkte sich auch belastend auf die Wirtschaftlichkeitserwartungen aus. In der Folge konzentrierte man sich in einem neuen Ansatz auf die Weiternutzung der vorhandenen Bausubstanz und somit auf die Reduktion des Bauvolumens. Damit verbunden ist auch eine wesentliche Reduktion der Umweltauswirkungen.
Im Neukonzept bleibt die Hochwassersicherheit gegenüber dem alten Projekt unangetastet und auch bezüglich der Restwasserabgabe in die alte Aare sind keine Änderungen vorgenommen worden.
Das überarbeitete Projekt sieht nun ein Hauptkraftwerk mit vier Rohrturbinen mit einem Durchsatz von 340 bis 360 m³/s und einer Leistung von knapp 10 MW vor. Die Laufräder weisen einen Durchmesser von 3,7 Metern auf. Das Dotierkraftwerk soll über einen Durchsatz von mindestens 40 m³/s und eine Leistung von 1,3 MW verfügen.

Die zu erwartende Produktion liegt rund 12 Prozent höher als beim heutigen Kraftwerk Rüchlig. Die elektrische Energie, mit der rund 17 000 Haushalte versorgt werden können, soll in das 16-kV-Netz der Stadt Aarau eingespeist werden.
Für die Anwohner bringt das neue Kraftwerkskonzept Vorteile. Im Quartier Scheibenschachen wird es in der Bauphase weniger Baulärm und Transporte geben, da erheblich weniger Material umgeschlagen wird als im ursprünglichen Projekt. Dank kürzerer Bauzeit wird der Hochwasserschutz schneller realisiert werden können, was den Anwohnern im Quartier Telli zugute kommt.
Das neue Konzessions- und Bauprojekt soll im Laufe dieses Sommers eingereicht werden. Der Baubeginn könnte somit frühestens im September 2011 erfolgen, die Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks Rüchlig im Jahr 2014. (PD/Kel)