Raser-Initiative
105'763 Unterschriften: «Raser-Initiative» zustande gekommen

Die Volksinitiative «Schutz vor Rasern» ist formell zustande gekommen. Von den am 15. Juni eingereichten Unterschriften sind 105‘763 gültig, wie die Bundeskanzlei am Montag mitteilte. Erforderlich sind 100‘000 gültige Unterschriften.

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Eingereichte Unterschriften für die «Raser-Initiative» in Bern im Juni 2011

Eingereichte Unterschriften für die «Raser-Initiative» in Bern im Juni 2011

RoadCross

Mit dem Volksbegehren will die Organisation RoadCross erreichen, dass notorische Raser für immer von der Strasse verbannt und mit Gefängnis bestraft werden. Schon wer das erste Mal beim Rasen erwischt wird, müsste den Führerschein für mindestens zwei Jahre abgeben. Im Wiederholungsfall sollte ein Raser den Ausweis lebenslänglich abgeben müssen. Das Fahrzeug würde eingezogen werden.

Letzten Monat eingereicht

Die Initiative wurde am 15. Juni 2011 von Opfer-Angehörigen nach einem Marsch vom Berner Waisenhausplatz zum Bundeshaus West eingereicht. Die Unterschriften befanden sich symbolisch in einem Rettungsfahrzeug. Gemäss RoadCross wurden total 114‘011 Unterschriften gesammelt, wovon nun 105'763 gültig sind. Die Initiative stiess während der Unterschriftensammlung auf grosse Resonanz und konnte schon fünf Monate vor Ablauf der Zeitfrist eingereicht werden.

Grosse Unterstützung über Parteigrenzen

Die Initiative wird auch von Parlamentarierinnen und Parlamentariern von links bis rechts unterstützt. Widerstand kommt unter anderem vom Strassenverkehrsverband strasseschweiz, der vor einer Kriminalisierung der Mehrheit der motorisierten Verkehrsteilnehmer warnt.

Der Bundesrat hat das Anliegen der Initiative im Massnahmenpaket Via Sicura bereits aufgenommen und dem Parlament härtere Strafen und längere Ausweisentzüge für Raser vorgeschlagen. Der Ständerat will die Bestimmungen noch verschärfen. Die Vorschläge gelten als indirekter Gegenvorschlag zur Initiative.

Anstoss aus dem Aargau

Eine prominente Unterstützerin der Initiative kommt auch aus dem Kanton Aargau. Franziska Riedtmann setzte sich von Anfang an für die Initiative ein. Ihre Tochter Carina wurde vor acht Jahren zwischen Mumpf und Möhlin von einem Raser überfahren. Das milde Richterurteil bestärkte sie, sich für die Raserinitiative einzusetzen, wie sie anlässlich der Lancierung der Unterschriftensammlung gegenüber az Aargauer Zeitung sagte. (sda/san)

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