Auswertung

1006 Abstimmungen geschwänzt: Roger Köppel ist Absenzenkönig im Nationalrat

SVP-Nationalrat Roger Köppel schwänzte in den vergangenen vier Jahren am häufigsten: Das Start-up politik.ch hat 4341 Entscheide zu sämtlichen Abstimmungen im Nationalrat ausgewertet.

Keiner fehlte in der vergangenen Legislatur so oft wie SVP-Nationalrat Roger Köppel. Der Absenzenkönig und «Weltwoche»-Chef verpasste insgesamt 1006 Abstimmungen, wie der «SonntagsBlick» unter Berufung auf eine Analyse von politik.ch berichtet. Das Start-up wertete 4341 Beschlüsse zu sämtlichen Abstimmungen im Nationalrat der vergangenen vier Jahre aus. 

Ein Problem für seine Wähler mag Roger Köppel, der auch für den Ständerat im Kanton Zürich kandidiert, nicht erkennen. «Ich halte wohl den engsten Kontakt mit meinen Wählern unter allen Schweizer Politikern», sagte er im Sommer gegenüber dieser Zeitung. Er sei Unternehmer und Milizpolitiker, der nicht von der Politik lebe. Abwesend sei er vor allem bei Themen, «bei denen das ausufernde Berufsparlament mit sich selbst beschäftigt ist».

Der Zürcher GLP-Nationalrat Martin Bäumle glänzte als Zweitplatzierter mit 946 fehlenden Abstimmungen. Bäumle bedauert gegenüber dem «Sonntagsblick» seine hohe Abwesenheit. Er betont aber auch, dass Präsenz nicht zum Hauptkriterium der politischen Arbeit werden dürfe.

Welcher Parlamentarier schwänzte am häufigsten?

Welcher Parlamentarier schwänzte am häufigsten?

Auch Politikerinnen und Politiker sind ab und an abwesend. Der SVP-Nationalrat Roger Köppel fehlte am häufigsten bei Abstimmungen im Bundeshaus. Spitzenreiter auf der Anwesenheits-Liste ist der Aargauer Matthias Jauslin von der FDP.

SVP-Geissbühler am häufigsten anwesend

An dritter Stelle platziert sich der Berner BDP-Nationalrat Hans Grunder mit 938 Absenzen, gefolgt von CVP-Präsident Gerhard Pfister mit 792 verpassten Abstimmungen.

Auf der anderen Seite der Fahnenstange verpasste etwa die Berner SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler nur drei Abstimmungen. «Wenn man ein Amt annimmt, sollte man auch anwesend sein», sagt Geissbühler.

Gemäss Analyse fehlen Parlamentarier der BDP-Fraktion am häufigsten, dicht gefolgt von GLP und FDP. Nationalräte der SP und Grünen waren am häufigsten anwesend.

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