Tourismus

10 Prozent weniger Buchungen: Frankenstärke macht der Reka zu schaffen

Neues Vorzeigedorf von Reka in Blatten-Belalp.

Neues Vorzeigedorf von Reka in Blatten-Belalp.

Die Genossenschaft Reka zählt in der Schweiz zu den wichtigsten touristischen Unternehmen, viele Familien nutzen etwa die Feriendörfer. Beliebt ist auch das Reka-Geld. Doch die Auslastung sinkt. Schuld ist die Frankenstärke. Man hofft auf Reka 3.0.

Die Genossenschaft Reka zählt in der Schweiz zu den wichtigsten touristischen Unternehmen. Mit einem Umsatz von 75,4 Millionen Franken erwirtschaftete das nicht gewinnorientierte Unternehmen ein Betriebsergebnis von 6,2 Millionen Franken. Reka vermittelt eigene Ferienwohnungen und betreibt Feriendörfer im In- und Ausland.

Ein Angebot, das von vielen Familien in der Schweiz, aber auch aus dem Ausland genutzt wird. Flaggschiff ist das neue Feriendorf Blatten-Belalp, das mit einem integrierten Wellness-Bereich im letzten Herbst eröffnet wurde.

Eine weitere wichtige Ertragssäule ist das Reka-Geld. In Zusammenarbeit mit Firmen und Arbeitnehmerverbänden können Mitarbeiter und Pensionierte in der Schweiz dieses Geld – vor allem Checks – beziehen und bei verschiedenen Bahnen oder Tankstellen etwa als Zahlungsmittel einsetzen.

Bezogen werden kann Reka-Geld auch mit Coop-Superpunkten. Im letzten Jahr stieg der Verkaufsertrag auf die Rekordhöhe von 625,8 Millionen Franken.

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Schon 2014 sank Auslastung

Im Geschäftsbericht der Reka, der letzten Freitag an die Genossenschafter verschickt wurde, wartet die Reisekasse mit einer eigentlichen «Gewinnwarnung» auf – so werden die Warnungen wegen ungünstigem Geschäftsgang bei börsenkotierten Firmen genannt.

«Bei Drucklegung dieses Geschäftsberichts lag die Zahl der Buchungen bis Ende 2015 trotz neuer Ferienanlagen im Angebot etwa 10 Prozent hinter dem Vorjahresstand.»

Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe zu diesem Rückgang geführt. Schon 2014 war die Auslastung der Reka-Angebote leicht rückläufig.

Auch beim Reka-Geld entwickle sich der Verkauf nach dem SNB-Entscheid schleppend. «Das ursprünglich für 2015 erwartete Wachstum des Reka-Geld-Verkaufsvolumens und die weitere Erholung im Geschäftsfeld Reka-Ferien dürften daher nicht eintreten.» Wegen des tiefen Zinsniveaus sehe es auch bei den Finanzanlagen schwierig aus.

Reka-Direktor Roger Seifritz wollte gegenüber der «Nordwestschweiz» nicht ausführlich Stellung nehmen. Der Geschäftsbericht sei leider irrtümlich bereits jetzt an die Medien versandt worden, liess er verlauten.

«Was die Aufgabe des Mindestkurses letztendlich bedeuten wird, lässt sich verlässlich erst Ende 2015 wirklich sagen. Selbstverständlich spüren wir aber eine gewisse Zurückhaltung bei Buchungen in der Schweiz.» Wie immer, spielten da aber noch andere Faktoren mit, so Seifritz weiter.

Auf der Homepage der Reka wird aber klar, dass es in der letzten Zeit zu überdurchschnittlich vielen kurzfristigen Annullationen gekommen ist: «Die enorm hohe Anzahl an teilweise kurzfristigen Annullationen führt dazu, dass ab Sommer 2015 neue Buchungs- und Zahlungskonditionen in Kraft treten werden.» Entgegen früheren Jahren verzichte Reka vorerst auf einen Buchungsstart im Januar 2015 für das übernächste Jahr.

Reka mit «Prepaid-Lösungen»

Im Geschäftsbericht selber werden aufgrund der finanziell schwierigeren Situation umfassende Kostenoptimierungen angekündigt. Ausserdem wird die Einführung des «Reka-Geld 3.0» beschrieben. Dazu gehören neue Bezahl-Methoden sowie Prepaid-Produkte, ähnlich wie bei Handy-Abos.

Eine grosse Wirkung erwartet Reka genauso vom Projekt «Belegungsmanagement Reka-Ferien». Demnach will man in der Nebensaison künftig auch «unterwöchige» Buchungen zulassen, um die Auslastung zu verbessern. Unklar ist, ob dies nur für Ferienwohnungen oder auch für Feriendörfer gilt. Bis jetzt konnte nur wochenweise von Samstag auf den nächsten Samstag gebucht werden.

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