10 000 Zivilisten fliehen aus Kampfgebiet in Sri Lanka

Zwischen die Fronten geraten (Archiv)

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Im Nordosten Sri Lankas sind tausende von Menschen auf der Flucht aus dem umkämpften Gebiet. Für jene, die zurückbleiben, gab es am Wochenende keine humanitäre Hilfe. Die Regierung setzte diese aus Sicherheitsgründen aus.

Nach Regierungsangaben waren in den vergangenen Tagen mindestens 10 000 Menschen aus dem Gebiet geflohen, in dem sich Regierungstruppen und Tamilen-Rebellen heftige Kämpfe liefern.

Die Zivilisten seien in Kilinochchi mit Medikamenten, Nahrung und Wasser versorgt worden, erklärte das srilankische Verteidigungsministerium. Es beschuldigte die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE), die Zivilisten als "menschliche Schutzschilde" zu missbrauchen.

Die Berichte über Flüchtlings- und Armeebewegungen sind allerdings von unabhängiger Seite nicht zu prüfen, da Journalisten und internationale Beobachter nicht in das Konfliktgebiet reisen dürfen.

Die Regierung stellte die humanitäre Hilfe für die Zivilisten im umkämpften Nordosten vorübergehend ein. Hilfsorganisationen, die noch in der Region tätig sind, könnten nicht ausschliessen, dass Lieferungen von den Befreiungstigern beschlagnahmt werden, hiess es in der in Colombo erscheinenden Zeitung "Sunday Times".

Eine Sprecherin des Welternährungsprogramms der UNO (WFP) sagte, man sei sich der Gefahr durch die LTTE bewusst. Sie hoffe auf ein positives Signal der Regierung.

Die Regierung in Colombo sieht in ihrer jüngsten Militäroffensive die Schlussphase des Kampfes gegen die LTTE, die seit 36 Jahren für einen unabhängigen Staat im Norden Sri Lankas kämpft. In dem Konflikt starben schätzungsweise 70 000 Menschen.

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