1. Mai in Zürich

1. Mai in Zürich – Krawalle im Langstrassenquartier

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Weniger Sachbeschädigungen am 1. Mai, dafür aber viele ganz junge Krawallbrüder Dem friedlichen 1.-Mai-Umzug mit 12 000 Teilnehmern folgten gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten im Zürcher Langstrassenquartier.

Um 15.25 Uhr setzten sich die schweren Fahrzeuge der Polizei Richtung Helvetiaplatz in Bewegung. Bis dahin hatte sich die Polizei in den Nebenstrassen im Hintergrund gehalten. Die Stimmung war ruhig - es sollte die Ruhe vor dem Sturm sein, wie sich zeigte.

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich nach der Schlusskundgebung in Zürich rund 200 teils Vermummte auf dem Kanzleiareal eingefunden. Auf dem Helvetiaplatz gegenüber standen weitaus mehr Neugierige, die dem Treiben erwartungsvoll zuschauten. Hier würde sich noch etwas tun - das war allen klar.

Lage schien unter Kontrolle

Um halb vier sperrte die Polizei die Zufahrtstrassen zum Kanzleiareal ab und fuhr mit Wasserwerfern vor. Sie riegelte das Areal ab und umzingelte die dort Versammelten. Es kam zu den ersten Scharmützeln mit der Polizei. Nachdem diese Gummischrot, Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt hatte, schien sich die Situation vorerst zu beruhigen. Doch im Verlauf des Nachmittags eskalierte die Situation wieder. An der Langstrasse gerieten Polizei und Demonstranten erneut aneinander. Immer mehr Chaoten und Schaulustige bewarfen die Sicherheitskräfte mit Flaschen und Steinen.

Neben den Scharmützeln mit der Polizei gerieten sich auf den Strassen rund um den Helvetiaplatz auch Vandalen gegenseitig in die Haare. Wie Polizeisprecher Marco Cortesi gegenüber «20 Minuten online» bestätigte, sollen an den Krawallen sowohl Links- als auch Rechtsextreme beteiligt gewesen sein, aber auch Hooligans.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei seien unter den Vandalen zahlreiche sehr junge Teenager gewesen, die ihr Tun mit dem Handy filmten. Hinzu kam, dass die Schaulustigen die Arbeit der Polizei erschwerten: Unzählige hatten sich im Gebiet Helvetiaplatz/Langstrasse eingefunden und bei vielen war die Neugierde und das Bemühen, einen möglichst guten Einblick auf die Zusammenstösse zu bekommen wichtiger, als jegliches Sicherheitsdenken.

So liefen sie immer wieder Gefahr, von heranfliegenden Flaschen der Chaoten oder durch die Gummigeschosse der Polizei getroffen zu werden. Das 1.-Mai-Komitee kritisierte am Abend die Polizei: nach anfänglicher Deseskalationsstrategie sei die Polizei zu einem rücksichtslosen Vorgehen übergegangen, heisst es in einer Stellungnahme.

Im Vergleich zum Vorjahr seien massiv weniger Sachbeschädigungen registriert worden, wie Stadtpolizeisprecher René Ruf mitteilte. Vereinzelt gingen Abfallcontainer in Flammen auf. Die Polizei kontrollierte etwa 50 Personen und verhaftete gegen Abend auch rund 30 Personen, vereinzelt auch Minderjährige. (ske)

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