Dietikon

1. Mai in Dietikon – «Wir sind an einem Wendepunkt»

1. mai in dietikon Die Feier auf dem Kirchplatz wurde gut besucht, der Chor «Kultur und Volk» sang, die SP-Nationalrätin Hildegard Fässler sprach. (Bild: dvk)

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1. mai in dietikon Die Feier auf dem Kirchplatz wurde gut besucht, der Chor «Kultur und Volk» sang, die SP-Nationalrätin Hildegard Fässler sprach. (Bild: dvk)

An der 1. Mai-Feier auf dem Dietiker Kirchplatz war die Finanzkrise und ihre Auswirkungen zentrales Thema. Mit der St. Galler SP-Nationalrätin Hildegard Fässler stand wiederum eine bekannte Person am Rednerpult.

Daniel von Känel

«Die Liberalisierung hat versagt», sagte Hildergard Fässler auf dem Dietiker Kirchplatz. Nach den SP-Präsidenten Hans-Jürg Fehr vor zwei und Christian Levrat vor einem Jahr war es gestern die St. Galler Nationalrätin, die an der 1. Mai-Feier ans Mikrofon trat. Der 1. Mai sei eigentlich ein tag, um sich zu freuen. Aber überall auf der Welt gebe es Hunger. «Der internationale Währungsfonds und die Weltbank schlagen in ihrem neuesten Bericht Alarm: Die Wirtschaftskrise hat weltweit bereits 50 Millionen Menschen neu in die tiefste Armut gestürzt», so Fässler. Bald gebe es wegen dieser Krise 90 Millionen hungernde Menschen mehr auf dem Globus, die Zahld er Menschen, die unter Hunger litten, steige auf eine Milliarde an. «Das ist ein humanitärer Skandal und ein Armutszeichen für all jene, die Macht und Einfluss haben, dies zu ändern», sagte Fässler.

Am 1. Mai gehe es um Fairness, Gerechtigkeit, sozialen Ausgleich, Solidarität, gute Arbeitsbedingungen, Rechte am Arbeitsplatz und Menschenrechte. «Dass diese Werte mehr zählen als die Gier der neoliberalen Manager nach dem schnellen Geld, das hat die jüngste Geschichte wieder einmal eindrücklich bewiesen», sagte sie.

Die Kleinen baden Fehler aus

Aus Geld könne man nicht einfach mehr Geld machen - «dieses Perpetuum mobile ist entlarvt.» Der freie Finanzmarkt sei zusammengebrochen, die Selbstregulierung und Selbstkontrolle habe versagt. Die Fehler ausbaden hingegen müssten nicht die Verursacher, sondern die Kleinen.

«Nun ist Handeln angesagt», sagte Fässler - Handeln zugunsten aller Generationen. Für die Jungen soll damit gesorgt werden, dass Lehrabgänger ein paar Monate im Betrieb bleiben können, um Erfahrung zu erwerben und nicht gleich in die Arbeitslosigkeit zu geraten. Lehrstellen müssten erhalten bleiben. Für die Erwerbstätigen führte Fässler anständige Löhne, für Frauen und Männer gleich, und eine Steigerung der Kaufkraft der Haushalte an.

Die AHV-Leistungen, sagte Fässler zur Situation der Pensionierten, dürften nicht angetastet werden.

«Der politische Fokus muss endlich weg vom Finanzplatz hin zum Werkplatz», nahm sie Bezug auf die Realwirtschft. Investitionsprogramme mit anchhaltiger Wirkung seien zu schnüren, beim Bund wie bei den Kantonen. Die Kreditvergabe der Banken müsste die KMU fördern, nicht hindern.»
Umdenken tue Not, sagte sie. «Wir sind an einem Wendepunkt der Geschichte.» Und diesen Wendepunkt dürfe man nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Rede auf Italienisch

Nach Hildegard Fässler sprach auch Angelo Tinari von Radio Lora Italiana. In seiner Muttersprache hielt er seine Rede über die Basis für den sozialen Fortschritt. Dieser gehe nur über gerechte Arbeitsbedingungen. Zudem sprach er über die aktuellen politischen und sozialen Verhältnisse in Italien.

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