1,8 Millionen Franken für ein neues Gemeindezentrum

Die Stimmbürger der Reformierten Kirchgemeinde Wegenstettertal haben entscheiden, das Projekt Kirchgemeindezentrum trotz Mehrkosten weiterzuverfolgen. Die ausserordentliche Gemeindeversammlung stimmte dem Kredit von 1,8 Millionen Franken fast einstimmig zu.

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1,8 Millionen Franken für Gemeindezentrum

1,8 Millionen Franken für Gemeindezentrum

Fritz Imhof

Erwin Müller erläuterte seitens der Baukommission den Werdegang des Projekts. Im Bewusstsein um die begrenzten Möglichkeiten der 1912 gegründeten Kirchgemeinde, die heute rund 1050 Mitglieder zählt, versuchte die Kirchenpflege von Anfang an, die Baukosten tief zu halten.

Aufgrund eines 2004 erarbeiteten Leitbildes war aber der Bedarf für ein eigenes Gebäude für Gottesdienste und viele andere Bedürfnisse ausgewiesen. Ein Grundstück mit rund 1500 Quadratmetern konnte 2008 im Dorfzentrum Zuzgen erworben werden. 2009 wurde ein Projektierungskredit für ein vorerst reduziertes Raumprogramm erteilt. Weil darin die Bedürfnisse der Jugend zu wenig berücksichtigt waren, entschloss sich die Baukommission, eine teilweise Unterkellerung mit einem Jugendraum vorzusehen.

Ein «Generationenhaus»

Im Zentrum des Gebäudes ist ein «Generationenraum» mit ca. 100 Plätzen vorgesehen, der auch als Gottesdienstraum dienen wird. Das ganze Gebäude soll mit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe beheizt werden. Die Gebäudehülle wird im Minergie-Standard erstellt.

Die Baukommission rechnet mit Projektkosten von 1,8 Millionen Franken, wobei 400000 Franken aus Eigenmitteln zur Verfügung stehen. Die Gemeinde wird bei der Fertigstellung des Gebäudes auch 100000 Franken flüssige Mittel haben, um die Einrichtung des Hauses zu finanzieren. Vorgesehen ist, den Hypothekarkredit von 1,4 Millionen Franken innerhalb von 20 Jahren zurückzuzahlen.

Architekt Hansjörg Steck präsentierte das Raumprogramm. Er zerstreute Befürchtungen, dass das Gebäude von Hochwasser gefährdet werden könnte. Der Ressortverantwortliche Finanzen, Martin Schütz, überzeugte mit einer professionellen Präsentation der Finanzsituation und der finanziellen Entwicklung der Kirchgemeinde vor und nach dem Bau des Hauses. Der Steuerfuss der Kirchgemeinde wird bis 2014 21 Prozent betragen und soll später wieder reduziert werden. Die Gemeinde beschloss, den Verpflichtungskredit von 1,8 Mio. praktisch einstimmig mit 32 Stimmen von 33 Stimmberechtigten. Kirchgemeinde-Präsidentin Veronique Viola konnte sich freuen.

Alle Menschen sind willkommen

Bei ihrer Einleitung zur Gemeindeversammlung verglich Pfarrerin Susanne Michels das Projekt mit dem alttestamentlichen Tempelbau und zitierte dazu den Propheten Jesaja, der Gottes Stimme mit den Worten wiedergibt: «Was wäre das für ein Haus, in dem ich mich niederlassen könnte!?» Für Gott könne man eben kein Haus bauen, sagte die Pfarrerin: «Aber uns können wir ein Haus bauen, ein gastliches Haus, in dem alle Menschen willkommen sind.»