Junge FDP und SP geraten sich wegen «Wohnraum-Initiative» in die Haare

Junge FDP und SP geraten sich wegen «Wohnraum-Initiative» in die Haare

Die SP plädiert für günstige und grossräumige Wohnungen (Archiv)

freier Wohnraum.jpg

Die SP plädiert für günstige und grossräumige Wohnungen (Archiv)

Braucht es in der Stadt zusätzlichen «bezahlbaren» Wohn- und Kulturraum. Und wie will man das bewerkstelligen? Auf diese Fragen hat die SP hat mit einer Initiative geantwortet. Jetzt kontert junge FDP.

Roman Huber

«Ihre Initiative ist doch nicht mehr als ein Kartenhaus, das beim kleinsten Windstoss einstürzt. Oder?» Mit diesem Resumee in einem «offenen E-Mail» fordern die Jungfreisinnigen des Bezirks Baden die sozialistische Stadtpartei zu einer politischen Diskussion heraus.

Bauen, aber wo denn?

Wo soll gebaut werden? Das fragen sich die Jungfreisinnigen zuerst. «In Baden hat es kaum noch eine freie Parzelle», erklärt JFDP-Präsident Lucien Looser. «Folglich müssten bestehende Bauten abgerissen werden, was zu erheblichen Mehrkosten führen und ein solches Projekt verteuern würde. Looser lässt den Vergleich mit der Stadt Zürich nicht gelten. Es sei aus den eben genannten Gründen unmöglich, in der Stadt Baden einen eben-
so hohen Anteil an gemeinnützigem Wohnungsbau zu erreichen.

10 Busminuten vom Zentrum

Die gemeinnützigen Bauten würden sich in Zürich ja auch nicht in der Innenstadt befinden, fährt Looser fort: «Auf Badener Verhältnisse umgemünzt stünden die gemeinnützigen Wohnungen Zürichs vielleicht in Fislisbach, Nussbaumen oder Turgi, gewiss aber nicht im Zentrum», sagt Looser.
Die Jungfreisinnigen fragen sich zudem, wie ein solches Vorhaben gemäss Meinung der SP sich ohne Steuergelder realisieren liesse.

Zu hohe SP-Ansprüche?

«Sind die Ansprüche der SP an eine Wohnung nicht zu hoch?», fragt man sich bei den Jungfreisinnigen. Da möchte die SP neue, günstige und grossräumige Wohnungen an bester Lage, dabei würde man 10 Busminuten vom Zentrum entfernt wohntechnisch ansprechende Wohnungen vorfinden.

Looser weist auf die Entwicklung im Zentrum hin. Hier seien Neubauten entstanden, dadurch könne man Unternehmen mit neuen Arbeitsplätzen ansiedeln, womit sich die Stadt für die Zukunft rüsten könne. Würde die Stadt sich mit günstigem Raumangebot einschalten, würde dies den Wettbewerb verzerren.

Ausgangspunkt ist die Ankündigung einer Initiative, welche die SP Baden lanciert hat (die AZ berichtete darüber). Die SP will damit ihrem Anliegen mehr Gewicht verleihen. Damit liess sich allerdings der Erfolg bei den Einwohnerratswahlen auch nicht bewerkstelligen.

Meistgesehen

Artboard 1