Flugzeugabsturz Würenlingen

Hinterbliebene fordern: «Der Bund muss den Fall neu aufrollen»

Der ehemalige SP-Nationalrat Jean Ziegler sagt, das Stillhalteabkommen zwischen der Schweiz und der palästinensischen PLO aus dem Jahr 1970 beinhaltete, dass die Attentäter nicht zur Rechenschaft gezogen würden. Die Angehörigen der Opfer sind empört.

Laut Jean Ziegler (SP, 81) beinhaltete das Stillhalteabkommen zwischen der Schweiz und der palästinensischen PLO aus dem Jahr 1970, dass die Attentäter hinter dem Flugzeugabsturz von Würenlingen AG nicht zur Rechenschaft gezogen würden.

Flugzeugabsturz Würenlingen: von damals bis heute

Die Angehörigen der Opfer sind empört. «Man kann doch nicht einen Massenmord in die Waagschale werfen, nur um einen Deal zu erhalten», sagt René Spahr (53) im SonntagsBlick.

Seine Tante verlor beim Absturz ihr Leben. Über Jahre versuchte der Historiker herauszufinden, warum die Täter nie belangt wurden. «Nun wird immer offensichtlicher: Die Hinterbliebenen wurden in die Irre geführt.»

Neues Buch, brisante Enthüllungen

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Ruedi Berlinger (53) verlor durch den Absturz seinen Vater. Er ist froh, kommt die Wahrheit nun ans Licht. Der Bund müsse den Fall neu aufrollen. «Für die Angehörigen ist die Geschichte erst abgeschlossen, wenn alle Fragen restlos beantwortet sind», sagt er im SonntagsBlick. Die Bundesanwaltschaft winkt ab. Trotz aktueller Enthüllungen lägen nicht genug neue Beweise oder Tatsachen vor, um das Verfahren wieder aufzunehmen.

«Goodbye everybody»: Der Original-Funkspruch vom Swissair-Absturz vom 21. Februar 1970 bei Würenlingen.

«Goodbye everybody»: Der Original-Funkspruch vom Swissair-Absturz 1970 bei Würenlingen.

Anders reagiert die Politik: «Der Bundesrat hat angekündigt, dass die Hintergründe untersucht werden», sagt Nationalrätin Corina Eichenberger (FDP, 61), Mitglied der Geschäftsprüfungskommission (GPK), im SonntagsBlick. Auch das Parlament müsse aktiv werden. «Nächste Woche reiche ich in der GPK-Sitzung einen entsprechenden Antrag ein.»

Alt Nationalrat Ziegler wird sich zudem morgen mit Hinterbliebenen treffen. Dem Vernehmen nach, um sich zu entschuldigen.

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