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Neue App überwacht Nährstoffe im Blut

Das Gerät auf dem Oberarm entnimmt nur einen einzigen Tropfen Blut, was keinerlei Schmerzen verursacht.

Das Gerät auf dem Oberarm entnimmt nur einen einzigen Tropfen Blut, was keinerlei Schmerzen verursacht.

Forschende der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW haben einen Test entwickelt, mit dem man sein Blut auf Nährstoffe untersuchen kann, ohne eine Arztpraxis aufsuchen zu müssen.

Die Smartwatch zählt die Schritte, eine App die Kalorien – und neuerdings lassen sich sogar die Nährstoffe in unserem Blut tracken. Dafür haben Forschende der Hochschule für Life Sciences FHNW zusammen mit einer Schweizer Firma ein Verfahren entwickelt. Dieses bestimmt unter anderem den Gehalt an Vitamin D, E und B, an Omega-3-Fettsäuren sowie Spurenelementen wie Eisen im Blut – ganz ohne Arzt.

Wer den Test auf der Website der Firma baze.com bestellt, bekommt ein Gerät zugeschickt, das aussieht wie eine kleine Computermaus und auf den Oberarm zu kleben ist. Hier entnimmt das Gerät nur einen einzigen Tropfen Blut. «Wir haben verschiedene Verfahren ausprobiert, etwa die Blutentnahme an der Fingerkuppe, aber dieses Gerät war das beste, da es völlig schmerzlos ist», sagt Götz Schlotterbeck, Leiter der Arbeitsgruppe Instrumentelle Analytik der Hochschule für Life Sciences FHNW.

Nach der Blutentnahme senden die Kunden das Gerät zurück an die Firma, und ein Schweizer Labor untersucht das darin enthaltene Blut. Kurze Zeit später werden die Resultate in einer App auf dem Smartphone hochgeladen.

Herausforderung für das Labor

Das Labor analysiert ganze 20 Nährstoffe, unter ihnen Aminosäuren, Fettsäuren, Spurenelemente und Vitamine. Normalerweise nehmen Ärzte drei bis fünf Milliliter Blut ab, um einen einzigen Nährstoff genau zu bestimmen. Derart viele Stoffe in nur einem einzigen Tropfen Blut zu untersuchen, ist nicht einfach. Denn einige davon sind wasserlöslich, andere nicht. Einige sind in Flüssigkeiten stabil, andere nicht. «Stoffe mit derart verschiedenen Eigenschaften müssen wir im Labor mit verschiedenen Methoden analysieren», sagt Schlotterbeck. Doch je mehr Methoden, desto aufwändiger die Analyse und desto teurer der Test.

Schlotterbeck und seinem Team gelang es im Rahmen eines von der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung Innosuisse geförderten Projekts, ein preiswertes und schnelles Verfahren zu entwickeln, durch das alle Stoffe mit nur drei verschiedenen Methoden untersucht werden können. Die genauen Prozeduren gaben die Forschenden an das Labor der Firma Swiss Analysis weiter, welche die Proben nun kommerziell untersucht.

Die Resultate zeigen, ob bei bestimmten Nährstoffen ein Defizit herrscht. Daraufhin stellt die Firma, die den Test anbietet, personalisierte Nahrungsergänzungsmittel zusammen und gibt Empfehlungen zur Umstellung von Ernährung und
Lebenswandel. Die Testergebnisse, so versichert Schlotterbeck in Bezug auf den Datenschutz, würden auf Servern in der Schweiz gespeichert und nicht an Dritte weitergegeben.

Beispiel Vitamin D

«Es ist ein Lifestyle-Produkt für Menschen, die sich bewusst ernähren wollen», sagt Schlotterbeck. Zwar sind echte Mangelerscheinungen hierzulande äusserst selten, doch auch in der Schweiz kann es zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen kommen – etwa beim Vitamin D. Dieses ist wichtig für die Bildung von Knochen und Muskeln und wird zum grossen Teil durch Sonnenlicht gebildet. Deswegen ist eine Unterversorgung vor allem im Winter ein Problem.

In Zukunft wollen die Forschenden den Test ausweiten, um grössere Moleküle in einem Tropfen Blut zu bestimmen. Zum Beispiel Eiweisse wie Hormone oder Entzündungsstoffe. Möglicherweise werden wir in Zukunft also nicht nur unsere Schritte, Kalorien und Nährstoffe, sondern auch unsere Gesundheitsparameter minutiös nachverfolgen können.

FHNW

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