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Eine Firma zu führen, kann man lernen

Peter Kiegler, Michèle Gattlen und Michael Linder (v. l.) absolvierten für die Übernahme ihrer Firma eine Weiterbildung in Unternehmensführung.

Peter Kiegler, Michèle Gattlen und Michael Linder (v. l.) absolvierten für die Übernahme ihrer Firma eine Weiterbildung in Unternehmensführung.

Die FHNW will die Innovationskraft in der Nordwestschweiz mit Weiterbildungsangeboten, Coaching und Wettbewerben stärken. Ein Ingenieurbüro aus Gelterkinden BL liess sich punkto Nachfolgelösung fit trimmen.

Fachlich kompetent zu arbeiten und eine Abteilung zu leiten, ist das eine, ein ganzes Unternehmen zu führen, das andere. Dies erkannten Michael Linder und Peter Kiegler sofort, als ihr damaliger Chef Erich Geiser, Inhaber der GRG Ingenieure AG in Gelterkin­ den BL, im Frühling 2015 vorschlug, sie könnten die Firma übernehmen.

Geiser hatte das Unternehmen 1972 mit einem Partner gegründet und zu einem regional  führenden Anbieter für Vermessung, Geomatik, Hoch- und Tiefbauplanung gemacht. Doch im Hinblick auf seine Pensionierung wollte er sein hohes Arbeitspensum schrittweise zurückfahren. «Die Firma einfach an einen grossen Konkurrenten zu verkaufen, kam nicht infrage», sagt Geiser. Er wollte, dass Teamgeist und Philosophie seines Lebenswerks erhalten bleiben. Jedoch fand sich innerhalb der Familie niemand, der den Betrieb mit seinen dreissig Arbeitsplätzen übernehmen wollte. Drei seiner leitenden

Angestellten hingegen waren interessiert. Michael Linder, Hochbautechniker, Peter Kiegler, Umweltingenieur und die Finanzverantwortliche Michele Gattlen - alle mit viel Fachkompe­tenz, aber ohne Erfahrung im Führen einer Firma. «Darum entschieden wir uns zu dritt für eine Weiterbildung», sagt Peter Kiegler, der heute Verwaltungsratspräsident ist. Das passende Angebot fand das Trio im CAS Unter­nehmensführung KMU an der Fach­hochschule Nordwestschweiz (FHNW).

Es gilt aufzuholen
Dieser Weiterbildungslehrgang ist ei­nes der Angebote der FHNW, das die Stärkung der Nordwestschweiz als Wirtschaftsstandort zum Ziel hat. Denn diesbezüglich hinkt die Region hinter dem Rest des Landes her. Die Schweiz als Ganzes hingegen be­legt im Wettbewerbsfähigkeits-Ranking des World Economic Forums WEF seit Jahren den ersten Platz. Wobei zentrale Bewertungskriterien die Innovationskraft und der Entwick­lungsgrad der Unternehmen sind.
«Die Weiterbildung in Unternehmens­führung hat uns fit gemacht für die Übernahme», sagt Michael Linder. Im Kurs haben die drei künftigen Unternehmer auch vom Wettbewerb Swiss Next Challenge erfahren, der ein Teil der Strategischen Initiative Unternehmertum der FHNW ist (siehe Box). Sie entschlossen sich zur Teilnahme. Im Rahmen des Wettbewerbs genossen sie ein Coaching, mussten die Geschäftsidee schärfen, den Businessplan präzisieren und alles vor einer Jury präsentieren. Mit Erfolg. Das Team von GRG gewann den ersten Preis in der Höhe von 20 000 Franken. «Damit hatten wir unsere Weiterbildung finanziert», sagt Linder.

Wirkung, die anhält
Der Wettbewerb und der eineinhalb Jahre dauernde Übergabeprozess hät­ten sein Leben über den Beruf hinaus geprägt, sagt Peter Kiegler. So argu­mentiere er seither viel weniger mit nackten Zahlen. «Ich habe gelernt, authentisch zu erscheinen und eine persönliche Story zu erzählen und versuche intern wie extern so zu kom­munizieren.» Auch sei er ruhiger geworden, obschon er heute als Verwaltungsratspräsident viel mehr Verant­wortung trage. Details, um die man sich früher gekümmert habe, könne man heute den Mitarbeitenden überlassen, sind sich die Geschäftspartner einig. «Ich lese weniger technische Bücher, 

dafür mehr philosophische», sagt Kiegler. Das stärke ihn als Unternehmer und damit auch das Unternehmen. Übermütig werden wollen die GRG­ lngenieure aber nicht. Die Zukunft der Firma liege nicht im Wachstum, sondern in der Spezialisierung auf Nischen, in denen das Unternehmen stark sei. Das Personal vertraue der Führungscrew auf diesem Weg, sagt Michael Linder. «Wohl auch, weil wir den Wett­bewerb gewonnen haben.» Doch der Preis verpflichte auch, ergänzt Peter Kiegler: «Wir müssen nun beweisen, dass wir uns keinen falschen Lorbeer­kranz aufgesetzt haben.» FHNW

Strategische Initiative Unternehmertum


Keine Berührungsangst vor Physik und Co.

Wissenschaft ist nicht nur etwas für Nerds - das wollen Forschende der FHNW Jugendlichen zeigen. Dafür haben sie sich Lernmodule ausgedacht, in denen Schülerinnen und Schüler ihre Scheu vor naturwissenschaftlichen Fächern ablegen können.

Ob Mathe, Physik oder Chemie: Viele Schülerinnen und Schüler begeistern sich nur mässig für naturwissenschaft­liche Fächer. Das möchten Wissen­schaftler der FHNW ändern und haben dazu neue, fächerübergreifende Lerneinheiten für die Sekundarschule ent­wickelt. Ziel ist, dass die Jugendlichen naturwissenschaftliche Phänomene vor allem durch selbstständiges Experimentieren erkunden.
Die Lerneinheiten behandeln drei aktuelle Themen: den Feinstaub in der Luft, die Mikroverunreinigungen im Wasser sowie die Belastung durch Lärm. «Das sind alles drängende Umweltthemen, die zudem den Alltag der Schülerinnen und Schüler betreffen», saqt Projektleiterin Daria Hollenstein vom Institut Vermessung und Geoinformation der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW.

Aufs Leben bezogen statt abstrakt
Darum beziehen die Lerneinheiten auch stark die Lebenswelt der Kids mit ein. So sammeln die Schüler zum Beispiel Schmutz- und Staubproben in der Nähe ihres Daheims und untersuchen sie unter dem Mikroskop. Oder sie überlegen sich, welche der von ihnen verwendeten Produkte - etwa Kos­metikartikel oder Medikamente - als Mikroverunreinigungen  in Gewässern landen und dort Schaden anrichten können. Und bei der Lerneinheit zum Lärm nutzen Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Smartphone, um akusti­sche Messungen im Quartier durchzu­führen.

Mit dem Gelernten spielen
Diese praktische Arbeit helfe den Schü­lerinnen und Schülern, den Zugang zu den komplexen, techniklastigen Themen zu finden ist FHNW-Forscherin Hollenstein überzeugt. «Und wenn die Jugendlichen dazu ihr eigenes Smart­phone nutzen, dann animiert sie das auch in der Freizeit zum Spielen mit dem Gelernten», sagt sie. «So ist der Lerneffekt grösser.» Ausserdem zeige die Verbindung zum Alltag den Schü­lerinnen und Schülern auf, dass Tech­nik in allen Bereichen des Lebens eine Rolle spielt - und dass man nicht un­bedingt ein Technik-Freak sein muss, um sich für solche Phänomene zu interessieren und sie zu verstehen.

Testklassen im Aargau und Baselland
Bisher haben Hollenstein und ihre Kollegen die neuen Lernmodule mit drei Schulklassen in den Kantonen Basel-Landschaft und Aargau getestet. Bald schon sollen sie auf einer Internet-Plattform für die gesamte Schweiz verfügbar sein. Das Projekt ist Teil einer breitangelegten Strategischen Initiative der FHNW namens EduNaT (Education Naturwissenschaft und Technik), die Schülerinnen und Studierende für naturwissenschaftliche Vorgänge begeistern will. Schlussendlich soll das helfen, den zunehmenden Mangel an Fachkräften in technischen Berufen zu mindern.

Schnitzeljagden für die Familie
Dieses Ziel hat auch die Weiterführung des Lernprojekts, an der Hollenstein zurzeit arbeitet. Darin sollen die Themen Lärm, Feinstaub und Mikroverunreinigung im Wasser auf drei Schnitzeljagden vorgestellt werden. «So kann die ganze Familie einen vergnüglichen, aber auch lehrreichen Nachmittag verbringen», sagt Hollenstein. Bis Ende Jahr sollen die Schnitzeljagden fertig und die erste Aufgabe im Internet verfügbar sein. Wo genau die Parcours aufgestellt werden, will Hollenstein noch nicht verraten.

Strategische Initiative EduNaT

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