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Doppelt gelernt hält besser

Das Lernvideo ist interaktiv, die Studierenden ergänzen es um eigenes Wissen.

Das Lernvideo ist interaktiv, die Studierenden ergänzen es um eigenes Wissen.

Interaktive Videos zum Mitmachen – mit diesem Ansatz wollen Forschende der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW Studierenden helfen, komplexe Themen besser zu verstehen. Gleich beim ersten Test wagen sie sich an das Gehirn.

Gekonnt fährt der BMX-Fahrer mit seinem Bike über eine Rampe, stellt sich auf das Vorderrad, vollzieht eine akrobatische Drehung – und fällt. Er braucht noch eine Weile, bis er das Kunststück wirklich kann. Je öfter er übt, umso besser klappt es. Die Schaltstellen zwischen seinen Nervenzellen passen sich der neuen Bewegung an und übertragen ihre Signale schneller und effektiver. «Synaptische Plastizität» heisst dieser komplizierte Lernprozess im Fachjargon. Er steht in einigen Studienfächern bereits im ersten Semester auf dem Lehrplan, denn er ist Wissensgrundlage für viele Berufsgruppen. Mit einem Video lassen sich die komplexen Vorgänge im Nervensystem leichter verstehen, sind Carmen Zahn und Alessia Ruf von der Hochschule für Angewandte Psychologie der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW überzeugt. Und wenn man nicht nur einfach passiv zuschaut, sondern interaktiv mit einem Video arbeiten kann, ist der Lerneffekt noch grösser. Auf welche Weise diese Lernform am besten gelingt, untersuchen die zwei Forscherinnen derzeit in einer vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Studie mit Psychologie-Studierenden an der Universität Basel.

Mehr selbstständiges Lernen
Zu diesem Zweck verwendet Ruf ein öffentlich zugängliches Lernvideo namens «Synaptische Plastizität – wie das Gehirn lernt», das sich die Studierenden mit der Software FrameTrail anschauen. Dabei sehen sie am Bildschirm zusätzlich verschiedene Kästchen mit vertiefenden Informationen. Diese verknüpfen die Studierenden mit den Stellen im Video, die ihrer Ansicht nach inhaltlich passen, oder ergänzen sie um weiteres Wissen. So können sie beispielsweise in der Infobox «Nervenzellen» einfügen, wie diese aufgebaut sind. In der Box «Neurotransmitter» lernen sie, dass dieser Fachbegriff eigentlich für Botenstoffe steht und erfahren, welche Sorten es davon im Gehirn gibt und wie sie wirken. In weiteren Kästchen finden sie Zusatzwissen zu Rezeptoren und anderen Themen. Zudem enthält das Programm ein Textfeld, in das sie eigene Zusammenfassungen schreiben können. Die Studierenden bearbeiten das Video entweder zu zweit oder allein und ergänzen es, sodass andere später ebenfalls mit diesem erweiterten Lernmaterial arbeiten können.
Die FHNW-Forscherinnen wollen mit dem interaktiven Video weg vom Frontalunterricht und mehr Selbstständigkeit beim Lernen fördern. «Das Besondere an diesem Video ist, dass die Studierenden dabei kreativ sein und bestimmte Aufgaben lösen müssen», sagt Alessia Ruf. «Heute suchen Menschen, die etwas Bestimmtes lernen möchten, eher nach Videos. Da ist es nur natürlich, dass sie mit einem Video auch interaktiv arbeiten wollen. Sonst bleibt es beim passiven Konsumieren. In unserem Fall lernen die Studierenden neben dem Wissen zum Gehirn auch, wie man mit einer Videosoftware umgeht und Informationen für andere bereitstellt.»

Besser im Wissenstest
Dass diese neue Form der Wissensvermittlung funktioniert, zeigen die ersten Ergebnisse der aktuellen Studie. Die Teilnehmenden haben ihren Wissenszuwachs als grösser eingestuft und schnitten in einem Wissenstest auch besser ab, besonders, wenn sie zu zweit gelernt hatten. Auch das komplexe Thema synaptische Plastizität begeisterte sie nach dem Video mehr als zuvor. Die Forscherinnen hatten es absichtlich gewählt, weil man dabei Zusammenhänge verstehen muss, die sich nicht direkt beobachten lassen. Für Psychologin Carmen Zahn ist ein Aspekt der neuen Lernform besonders wichtig: «Wenn die Studierenden ein eigenes Produkt erstellen, das sie veröffentlichen können, erfüllt sie das mit Stolz und motiviert sie. Dann haben sie nicht nur eine Klausur geschrieben und vergessen alles wieder, sondern etwas Bleibendes geschaffen.» Die Methode des Lernens mit interaktiven Videos soll auch an der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW bald regulär eingesetzt werden. Sabine Goldhahn

Dieses Video schauen sich die Studierenden mit einer speziellen Software an, um interaktiv zu lernen.


Der Online-Schalter ist nur ein Mosaikstein

Bürgerinnen und Bürger erwarten vom Staat, Angelegenheiten vermehrt online erledigen zu können. Doch wirklicher digitaler Wandel in der öffentlichen Verwaltung umfasst wesentlich mehr. Das zeigen FHNW-Forschende interessierten Führungskräften in Beratungen auf.

Alle kennen die Situation: Man zieht um und muss zwischen den Zügelkisten daran denken, sich am alten Wohnort ab- und am neuen anzumelden. Die Öffnungszeiten sind beschränkt, der Weg ist weit, die Schlange vor dem Schalter lang. Viel praktischer ist es, das Unvermeidliche am Computer zu erledigen. Bund, Kantone und Gemeinden ermöglichen dies mit der Plattform eUmzugCH. Der Online-Meldevorgang soll bis Ende 2019 schweizweit zur Verfügung stehen. Matthias Meyer, Dozent am Institut für Nonprofit- und Public Management der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Basel, sieht darin ein klassisches Beispiel für die Verwaltung 4.0: «Der gleiche Prozess, den es vorher analog gab, ist jetzt digital.» Für Meyer ist das aber nur die rudimentärste Form, wie Verwaltungen und Organisationen mit öffentlichem Auftrag auf den digitalen Wandel reagieren können. Dieser gehe nämlich wesentlich weiter. Der FHNW-Dozent zieht zum Vergleich die Privatwirtschaft heran, wo völlig neue Geschäftsmodelle entstanden seien, etwa die Buchungsplattform für Unterkünfte Airbnb. Doch Verwaltungen sollen ja nicht Gewinn erzielen, sondern ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen. Deshalb lautet für Meyer die alles entscheidende Frage: «Wie lässt sich der Auftrag unter den neuen digitalen Gegebenheiten am besten umsetzen?»

Der Staat wird «smart»
In der Forschung ist von der «smarten» Verwaltung die Rede. Diese nutzt die neuen Technologien nicht nur für mehr Bürgerfreundlichkeit, sondern unter anderem auch, um soziale Gerechtigkeit zu fördern und effizienter zu werden. «Staatliche Aufgaben werden wegfallen, andere neu dazukommen», sagt Meyer. Dank digital hochgerüsteter Autos, in denen Sensoren die Fahrtüchtigkeit überwachen, könnte beispielsweise die physische Motorfahrzeugkontrolle überflüssig werden. Der Forscher räumt jedoch ein: «In anderen Bereichen, wo der Staat tätig ist, braucht es nach wie vor den menschlichen Kontakt.» Dies zum Beispiel bei der Beratung von Arbeitslosen. Zudem stehe die Bürgerin, der Bürger ja nicht nur in einem operativen Verhältnis zum Staat, sondern gestalte diesen mit. Hier eröffne die Digitalisierung neue Formen der Mitwirkung.

Die «smarte» Staat soll den Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen.

Die «smarte» Staat soll den Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen.

Organisationen sensibilisieren
Meyer und sein Team bieten öffentlichen Verwaltungen und Nonprofit-Organisationen Beratungen zum digitalen Wandel an. Das Baselbieter Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit griff bereits darauf zurück und liess seine Führungskräfte schulen. In erster Linie gehe es darum, die Organisationen zu sensibilisieren, stellt der FHNW-Dozent fest. Er referiert nicht vom Elfenbeinturm herab. Als ehemaliger Leiter des Zuger Gesundheitsamts kennt er die Verwaltung von innen. «Öffentliche Organisationen müssen sich stärker mit der Digitalisierung befassen», sagt er, «mit Chancen, aber auch mit Risiken.» Um die digitalen Umwälzungen komme niemand herum: «Die technologische Leistungsfähigkeit, beispielsweise von Prozessoren, verdoppelt sich alle 18 Monate.»

FHNW

So kann man den Wohnortswechsel ganz einfach online melden.

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