Todesschuss

Zwölfjähriger starb wegen Unfall in Schulbus in Hégenheim

9-Millimeter-Patronen (Symbolbild)

9-Millimeter-Patronen (Symbolbild)

Der Schuss, der am Montag in einem Schulbus im elsässischen Hégenheim bei Basel einen 12-Jährigen tötete, war ein Unfall: Der zuständige Staatsanwalt geht nicht von Absicht aus. Der 13-jährige Schütze habe die Handfeuerwaffe seinem Vater stibitzt.

Als der Schulbus kurz nach vier Uhr beim Collège des Trois Pays losfuhr, um 35 Kinder nach Hause zu bringen, fiel der Schuss. Im Bus habe es davor keine Rauferei oder Streit gegeben, sagte Staatsanwalt Dominique Alzéari am Mittwochabend in Mülhausen vor den Medien. Es sei von einem tragischen Unfall auszugehen.

Der mutmassliche Schütze habe seinem Sitznachbarn demonstriert, wie man die automatische 9-Millimeter-Waffe lädt und entlädt. Dabei löste sich ein Schuss und traf einen Mitschüler auf der anderen Busseite tödlich; dieser starb noch im Bus. Die sofort angerückten Behörden fanden die Pistole in der Tasche des 13-Jährigen.

Der Bub, der bei seiner Mutter lebt, hatte laut Staatsanwalt die Pistole zwei Wochen zuvor bei einem Besuch seinem Vater ohne dessen Wissen entwendet. Der Vater, Mitglied eines Schützenvereins, hatte insgesamt 168 Waffen und fast 200 Kilo Munition in seiner Sammlung. Bewilligungen hatte er für 141 davon, nicht jedoch für die Tatwaffe.

Haftbefehl für Schützen-Vater beantragt

Der Staatsanwalt hat nun für den 57-jährigen Vater einen Haftbefehl beantragt: Er wirft ihm - neben Verstössen gegen das Waffengesetz - Beihilfe zu schwerer fahrlässiger Tötung vor, weil er dem Sohn beigebracht habe, wie man eine Schusswaffe bedient.

Der 13-Jährige selber, der am Montag sofort in Polizeigewahrsam genommen worden war, soll sich wegen schwerer fahrlässiger Tötung verantworten. Angesichts seines jugendlichen Alters müsse er im Wesentlichen mit erzieherischen sowie Schutzmassnahmen rechnen.

Hégenheim mit rund 3300 Einwohnern gehört zum Gemeindeverbund Trois Frontières. Das Sundgauer Dorf liegt rund anderthalb Kilometer vor Allschwil BL und gut zwei Kilometer vor Basel. Die deutsche Landesgrenze ist rund acht Kilometer Luftlinie entfernt.

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