Mutter
Zwillings-Mord: Mutter hatte zwei Seitensprünge vor der Tatnacht

Die Mutter der zwei in Horgen getöteten Zwillinge sagte am Mittwoch vor Gericht aus, sie habe ihren Mann mehrfach betrogen. Kurz vor der Mord-Nacht hatte sie innerhalb eines Tages Kontakt mit zwei Männern. Sie streitet ihre Schuld ab. Ihr Mann habe die Kinder getötet, um sich an ihr zu rächen.

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Wohnhaus der Familie in Horgen (Archiv)

Wohnhaus der Familie in Horgen (Archiv)

Keystone

Laut der Zeitung «Blick» sagte die angeklagte Mutter vor Gericht aus, sie habe kurz vor der Tat mit zwei Männern Sex gehabt. «Ja, Geschlechtsverkehr im Elternschlafzimmer und oral bei uns im Büro», sagte die Angeklagte auf die Frage des Richters, ob sie mit dem ersten Geliebten Geschlechtsverkehr gehabt habe und ob sie ihn oral befriedigt habe. Dies sei zwei Tage vor der Tat gewesen.

Am selben Tag habe sie ihren zweiten Geliebten kennen gelernt, wie sie weiter aussagt. «Am Abend schliefen Sie mit ihm?», fragte der Richter. «Ja, ich habe ihn im Auto oral befriedigt und er mich», lautete ihre Antwort.

Auf die Frage, wie sie zum Tatvorwurf stehe, antwortete die Angeklagte laut dem «Blick»: «Ich habe meine Kinder nicht umgebracht. Ich könnte dies gar nicht. Nein.» Die Schuld schiebt sie auf den Vater der Kinder, von dem sie mittlerweile geschieden ist. Er habe die Kinder getötet, um sich an ihr zu rächen.
Sie schilderte auch, wie sie die Tatnacht erlebt hat: «Nachdem wir die Kinder zu Bett gebracht hatten, schauten wir noch TV. Dann erhielt ich noch eine SMS von meinem zweiten Geliebten. Später in der Nacht, als wir schon zu Bett gegangen waren, realisierte ich im Halbschlaf, dass ich vergessen hatte, die Geschenke für die Kinder unter den Weihnachtsbaum zu legen. Dann ging ich wieder zu Bett, wachte um ca. 2.15 Uhr auf und sah, dass die Schlafzimmertüre zu war. Ich weckte Herrn B. (Der Vater der Kinder, Red.).»

Die Tür zum Zimmer des Buben sei halb offen gestanden, er sei im Bettchen gelegen, mit blauen Lippen. Das Mädchen lag in seinem Zimmer, mit einem Kissen über dem Gesicht. «Ich nahm es weg», erzählt die Angeklagte schluchzend. Dann habe Herr B. die Sanität gerufen.
Der Bub war beim Eintreffen der Notärzte bereits tot, und das Mädchen starb trotz Wiederbelebungsversuchen noch am Tatort.
Der Prozess vor dem Geschworenengericht wird heute weitergeführt und dauert gut zwei Wochen. Die Urteilseröffnung ist für den 26. März vorgesehen. (dge)

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