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Zwick bremst Bruderholz-Neubau

Zwick bremst Bruderholz-Neubau

Zwick bremst Bruderholz-Neubau

Peter Zwick will mit dem Bruderholz-Neubau zuwarten, bis die Höhe der Fallkostenpauschalen feststeht. Klar ist aber jetzt schon: Das Bauprojekt muss optimiert werden. Mit der Eröffnung des Geriatriespitals ist – wenn überhaupt – frühestens 2018 zu rechnen.

Alessandra Paone

In einem «sportlichen» Tempo wollten der Baselbieter Gesundheitsdirektor Peter Zwick und sein Basler Kollege Carlo Conti die Planung und den Bau des gemeinsamen Geriatriespitals sowie die Sanierung des Akutspitals auf dem Bruderholz vorantreiben. Voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2011 hätten die Bauarbeiten begonnen und spätestens im Jahr 2017 die Tore des neuen Kompetenzzentrums geöffnet werden sollen. Doch daraus wird wohl nichts. Peter Zwick drückt plötzlich aufs Bremspedal.

Der Baselbieter CVP-Regierungsrat will nicht mit dem Bau des Bruderholzkomplexes beginnen, solange die genaue Höhe der Fallkostenpauschalen nicht feststeht. Und dies wird erst im November 2011 der Fall sein. Erst mit den Fallkostenpauschalen könne berechnet werden, wie teuer ein Spital sein darf, sagt Zwick. Dies sei entscheidend, zumal die Spitäler mit der neuen Spitalfinanzierung ab 2012 imstande sein müssen, sich selbst zu finanzieren.

Nochmals über die Bücher

Zwick bezweifelt, dass das Bruderholzprojekt gemäss heutigem Plan realisiert und finanziert werden kann. Abstriche sind demnach nicht auszuschliessen. «Wir werden wohl die Architektur nochmals überdenken müssen», sagt der Gesundheitsdirektor. An der Bettenzahl will er jedoch nicht herumschrauben. Denn: «Bringen wir die Patienten nicht im Bruderholz unter, müssen wir sie auslagern – und das kommt teuer.» Sowieso liege der Eigenversorgungsgrad seines Kantons mit rund 60 Prozent heute schon tiefer als in anderen Kantonen. «Wir kaufen viele Leistungen teuer ein», betont Zwick.

Gegen ein Planungsmoratorium wehrt sich Zwick aber vehement. Das Siegerprojekt «Schicht um Schicht» der Zürcher Architekten Aeschlimann Prêtre Hasler werde weiterverfolgt, bestätigt er. Auch hält der Gesundheitsdirektor weiterhin am gemeinsamen Zentrum für Altersmedizin und Rehabilitation (ZAR) auf dem Bruderholz fest. «Wir brauchen sowohl das Akutspital als auch die Geriatrie.» Der Regierungsrat geht davon aus, dass das Kompetenzzentrum im Jahr 2018 seinen Betrieb aufnehmen wird.

Grüne schöpfen Hoffnung

Guido Speck kann Zwicks Haltung sehr gut verstehen. «Solange wir nicht wissen, wie hoch der Investitionskostenzuschlag ist, macht es keinen Sinn, Verträge abzuschliessen», sagt der Leiter des Felix-Platter-Spitals und Projektverantwortliche für den Basler Bereich des Geriatriespitals auf dem Bruderholz. Es sei klar, dass das Projekt nun optimiert werden müsse. Denn egal, wie hoch der Investitionskostenzuschlag ausfalle, stehe jetzt schon fest: «Er wird sehr knapp bemessen sein und wohl keine Möglichkeit bieten für aussergewöhnliche Investitionen.»

Freude löst die Verzögerung des Spital-Neubaus bei den Baselbieter Grünen aus. Diese standen dem 800-Millionen-Projekt schon von Beginn an skeptisch gegenüber. «Die Zeit arbeitet für uns», sagt Landrätin Madeleine Göschke. Sie sei froh, dass nun nicht einfach «ins Blaue gebaut» werde. Die Binningerin hatte bereits im Mai mit einem Vorstoss versucht, einen Planungsstopp zu erzielen. Jedoch vergebens. Der Landrat lehnte die Motion mit 64 zu 9 Stimmen bei 2 Enthaltungen ab.

Die Chance, dass der Spitalkomplex auf dem Bruderholz nicht im geplanten Rahmen gebaut wird, sei nun grösser, so Göschke. «Wir werden jetzt eine wartende Haltung annehmen», kündigt die Grüne Parlamentarierin an. Göschke hofft insgeheim, dass die Freisinnigen,
die in der Vergangenheit auch schon ihre Bedenken im Bezug auf den Neubau geäussert haben, endgültig zu den Grünen ins Boot steigen.

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