Gönhardschulhaus
Zweite Halle für das «Göni»?

Wenige Wochen nach der Volksabstimmung für die Erneuerung und Erweiterung des Aarauer Gönhardschulhauses tauchen ergänzende Forderungen für die Anlage auf. Eine Motion im Einwohnerrat verlangt die Realisierung von zwei vollwertigen Turnhallen.

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Aargauer Zeitung

Es scheint in Aarau langsam zur Gewohnheit zu werden, dass im Nachgang zu Volksabstimmungen versucht wird, eine Vorlage zu ändern oder zu erweitern. Dieser demokratischen «Salamitaktik» ist rechtlich nichts entgegen zu halten, staatspolitisch ist sie fragwürdig. In jüngster Zeit gibt es zwei Beispiele. Erstens versuchen gewisse Kreise, die beschlossene Neugestaltung der Altstadtgassen in ihrem Sinne zurecht zu biegen. Zweitens will eine Motion im Aarauer Einwohnerrat den erst am 8. März 2009 gesprochenen Kredit von knapp 15 Mio. Franken für die Sanierung des Gönhardschulhauses auf einem Umweg anzureichern.

Vielleicht bezieht man sich aber bloss auf die in der Vorlage an den Stimmbürger erwähnte «grösstmögliche Flexibilität» bei der Erfüllung der Raumbedürfnisse. Das Stadtparlament unterstützte das vor der Realisierung stehende Vorhaben im Gönhard am 15. Dezember des letzten Jahres noch einstimmig. Jetzt wollen die vier Räte Markus Hutmacher (Grüne), Ueli Hertig (Pro Aarau), Gabriela Suter (SP) und Käthi Perlini (CVP) bereits einen Schritt weitergehen.

Sie verlangen, dass «mit einem ergänzenden Bauprojekt zu prüfen ist, wie und ob neben dem Gönhardschulhaus zwei vollwertige Turnhallen realisiert werden können». Dafür sei ein Projektierungskredit zu bewilligen. In der Begründung geht das Quartett davon aus, dass das Bedürfnis nach Turnlektionen nur über zwei Hallen «sinnvoll abgedeckt werden kann». Der bestehende Raum im Untergeschoss könne wegen der geringen Höhe von rund vier Metern praktisch nur für Lauf und Fangspiele benutzt werden.

Er entspreche mithin den Bedürfnissen «für einen interessanten und abwechslungsreichen Turnunterricht» nicht. Zudem fehle jeder «Bezug zur Aussenwelt», heisst es im Motionstext. Eine Verbesserung der Belichtung der unteren Halle sei mit einer Abgrabung aus der Westseite «einfach realisierbar», steht in der Begründung, die identisch ist mit einem Antrag, den Markus Hutmacher an der Ratssitzung vom 15. Dezember 2008 stellen wollte, kurzfristig aber wieder zurückzog.

Gleiches gilt für den Zusatz, dass aufzuzeigen sei, «ob ein Abbruch mit anschliessendem Neubau einer Doppelturnhalle oder das Absenken des Bodens der unteren Halle die bessere Lösung sei.» Verbunden ist dieser Satz mit dem Hinweis, dass «für eine zweite Aussenhalle zusätzliche Grünflächen geopfert werden müssen», heisst es im Motionstext. (hr)