Zweite Chance für Jazz-Festival

Unklar: Das diesjährige Jazz-Festival in Muttenz ist vorbei. Aber die Frage, ob die Organisatoren Gelder vom Lotteriefonds bekommen, ist nicht geklärt. (Kenneth Nars)

Muttenz_dsc.jpg

Unklar: Das diesjährige Jazz-Festival in Muttenz ist vorbei. Aber die Frage, ob die Organisatoren Gelder vom Lotteriefonds bekommen, ist nicht geklärt. (Kenneth Nars)

Vor gut zwei Monaten musste sich der Organisator vom «Jazz uf em Platz» damit abfinden, kein Geld aus dem kantonalen Lotteriefonds zu bekommen. Dank Urs Wüthrich könnte sich das heute ändern.

Muriel Mercier

Vielleicht hat Organisator Jürg Honegger doch noch Glück und erhält vom kantonalen Lotteriefonds einen Zustupf an sein Festival «Jazz uf em Platz» in Muttenz, das im Juli über die Bühne gegangen ist. Sollte es klappen, dann aber erst beim zweiten Anlauf und durch die Mithilfe von Kulturdirektor Urs Wüthrich. Er hat nämlich vor, der Regierung heute einen Rückkommensantrag vorzulegen.

Beim ersten Mal ging Honeggers Plan schief. Im Juni erhoffte er sich finanzielle Unterstützung des Kantons Baselland für die Durchführung des 25. Jazzfestivals. Doch die Abteilung Kulturelles machte ihm einen Strich durch die Rechnung - sie lehnte seinen Antrag in einem Brief vom 21. Juni ab. Begründung: Einerseits habe der Musikanlass den Charakter eines Volksfestes, andererseits verlangten die Organisatoren keinen Eintritt (bz berichtete am 30. Juli). Die Absage war für Honegger kein Weltuntergang - dennoch sorgte sie für Stirnrunzeln. Denn: Das Basler Pendant «Em Bebbi sy Jazz» erhält - obwohl auch gratis für die Gäste - sehr wohl finanzielle Unterstützung aus dem hiesigen Lotteriefonds. Alleine im Jahr 2008 gingen für Muttenz' grossen Bruder 20 000 Franken über den Tisch. Auch die Organisatoren der Konzerte auf dem Basler Floss schätzen sich glücklich über einen Beitrag aus dem Baselbiet.

Diese Zusammenhänge wunderten selbst Wüthrich und er versprach Honegger am «Em Bebby sy Jazz» vom letzten Freitag mündlich, der Sache auf den Grund zu gehen.

Heidi Scholer, Verwalterin des Lotteriefonds, suchte im Juni bereits nach einer Antwort, weshalb Ungereimtheiten dieser Art entstehen können, und erklärte damals, Gesuche landen beim Kanton nicht immer auf dem selben Schreibtisch. Manchmal werden sie via zuständige Direktion beim Lotteriefonds beantragt, oder aber sie werden von diesem direkt zugesprochen.

Regierungsrat Wüthrich will nun Ordnung in die Lotteriegelder-Sache bringen und die Vorgehensweise optimieren, was nach einem Gesucheingang zu tun ist. «In Zukunft werde nur noch ich alleine Anträge an den Lotteriefonds stellen.» Er betont aber, die administrative Anpassung in seinem Departement habe nichts mit dem Fall Honegger und seinem «Jazz uf em Platz» zu tun.

Das Problem, dass die Gesuche nicht alle über den selben Kanal zum Lotteriefonds gelangen, ist trotz Wüthrichs Einsatz nicht aus der Welt geschafft. «Ich kann die Änderung nur intern aufgleisen. Anträge können weiterhin über verschiedene andere Direktionen eingehen.»

Jazz-Liebhaber Jürg Honegger hat ein gutes Gefühl, heute doch noch einen kleinen, substanziellen Beitrag aus dem Lotteriefonds Baselland für sein Open Air zu bekommen. Er weiss: «Formal-juristisch war der frühere Entscheid der Abteilung Kulturelles korrekt. Aber wenn der Antrag nun der Regierung vorgelegt wird, ist das schon mal ein gutes Zeichen.» Und sollte er dennoch keinen Rappen bekommen, könnte er damit leben: «‹Jazz uf em Platz› gibt es in Muttenz auch im nächsten Jahr wieder.»

Meistgesehen

Artboard 1